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Diskussion über Schafsrisse Müller schlägt Herdenschutz-Zentrum vor

Sürwürden/Wesermarsch - Franz-Otto Müller, ehemaliger Wolfsberater in der Wesermarsch, schlägt ein Herdenschutz-Zentrum vor. In dieser Forschungseinrichtung, die auf Bundesebene angesiedelt werden sollte, könnte ermittelt werden, wie Nutztier-Herden effektiv vor Wolfsrissen geschützt werden können.

Zonengrenze als Stopp?

Das sagte der Braker, der auch Kreisvorsitzender des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) ist, in einer Reaktion auf den Artikel über den Rückzug des Sürwürder Deichschäfers Hans Haxsen („Den Wolf tue ich mir nicht mehr an“) und die anschließende Diskussion, die er als unsachlich bezeichnete.

Es gebe nur einen Grund, weshalb der Wolf sich erst jetzt auch hier ausbreite, und das sei die Zonengrenze, die das bis 1990 verhindert habe. Angesichts der Schläue des Wolfes sei es auch kaum möglich, ihn zu bejagen, meint der ehemalige Wolfsberater. Die Diskussion über wolfsfreie Zonen sei unsinnig; niemand habe eine praktikable Idee, wie sie hergestellt werden könnten, auch Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) aus Berne nicht.

Deshalb müsse in einem Herdenschutz-Zentrum getestet werden, welche Zäune wirklich sicher seien und was sonst gegen Wolfsrisse helfe. Dafür sollten auch erfahrene Jäger zugezogen werden.

Franz-Otto Müller betont, er habe das Amt des Wolfsberaters, das er fünf Jahre innegehabt hatte, immer neutral ausgeübt und nicht mit seiner ehrenamtlichen Tätigkeit beim Nabu verquickt. Dass er Hans Haxsen nicht über das Ergebnis der Probe informiert habe, habe nichts mit seiner Nabu-Tätigkeit zu tun, sondern damit, dass dies schlicht nicht seine Aufgabe gewesen sei.


„Ominöses Ergebnis“

Er betont, dass bundesweit nur das Senckenberg-Institut beauftragt sei, Erbgut-Proben von Tierrissen zu begutachten; und das Senckenberg-Institut habe festgestellt, dass es in diesem Fall ein Hund gewesen sei (die NWZ berichtete). Die Ergebnisse des ForGen-Instituts in Hamburg, an das Hans Haxsen seine eigene Probe geschickt hatte, bezeichnet Müller als „ominös“. Die Untersuchungen des ForGen-Instituts zu Tierrissen seien „in keiner Weise anerkannt“.

Franz-Otto Müller schildert die Ereignisse an jenem 3. August 2017, als bei Hans Haxsen ein Schaf gerissen wurde, aus seiner Sicht. Der Zoll, der mit einem Fahrzeug außendeichs unterwegs war, hatte das tote Tier, das in Ufernähe lag, bei einem Halt entdeckt und ihn alarmiert. Während er noch sein Probenbesteck aus dem Auto geholt habe, sei Hans Haxsen gekommen und habe selbst eine Probe entnehmen wollen. Da habe er ihm gesagt, er solle damit warten, bis er, Müller, seine Probe genommen habe, damit diese nicht verunreinigt werde. Anschließend habe Haxsen seine Probe entnommen.

Er habe dem Deichschäfer aber nicht grundsätzlich verboten, eine Probe zu nehmen.

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