Barßelermoor - Gerd Sandstede sitzt mit seiner Frau Elfriede im Gartenstuhl auf der Außenterrasse ihres Gartens in Barßelermoor. Über ihnen ranken unzählige Weintrauben. Ende September stehe die Ernte an, sagt Gerd Sandstede.

Als Winzer wolle er sich nicht bezeichnen, meint der 84-jährige Rentner aus Barßelermoor. Dafür fehle ihm die nötige Ausstattung. „Er ist ein Hobbygärtner“, fügt seine Frau hinzu. Das Interesse für Wein teilen beide.

Angefangen habe alles vor gut 30 Jahren aus einer Not heraus, erinnert sich Gerd Sandstede. „Es war immer sehr heiß unter der Terrasse“, sagt er. Dem Ehepaar fehlte ein passender Sonnenschutz und es habe nach einer entsprechenden Lösung gesucht. Während einer Konzertreise an der Mosel habe der Ehrenvorsitzende und Gründer des Barßeler Shanty-Chores dann durch Zufall bei einem Besuch in einem Weinlokal eine mit Weinreben umwachsene Terrasse entdeckt, die ihn begeisterte.

Ihre Tochter Romy habe sie schließlich mit einer Weinrebe überrascht, erzählt das Ehepaar. Gerd Sandstede pflanzte den gut einen halben Meter großen Stamm im Garten an. „Ich dachte damals, dass es nie was werden wird“, meint Elfriede Sandstede und schmunzelt. Doch es sollte anders kommen.

Heute sind die Triebe gut 25 Meter lang und schlängeln sich quer über das Kunststoffdach der Außenterrasse. Eine gute Traube müsse „richtig dick und grün sein“, erklärt Gerd Sandstede. „Wichtig ist viel Sonne und Wärme.“ Auf dem sauren Moorboden wachse der Wein gut, sagt er. „Es macht mir einfach Spaß“, beschreibt Gerd Sandstede seine Freude am Weinanbau.


Gemeinsam mit seinem guten Freund Peter Köpf, ebenfalls Mitglied des Shanty-Chores, erntet der 84-Jährige die Trauben. Gerd Sandstedes Freund verarbeite dann für ihn die Trauben zu Weißwein. Der Wein sei neben dem Gesang zu einem Hobby geworden, erzählt Gerd Sandstede.

„Vor zwei Jahren hatten wir 70 Liter Wein“, sagt er. Es habe auch schon ein Jahr gegeben, in denen 120 Liter zusammengekommen waren. „Der Wein schmeckt lecker“. Ebenso wie die Trauben, sagt auch seine Frau Elfriede. Der Wein sei lieblich „und sieht richtig golden aus“, meint Gerd Sandstede und holt eine Flasche aus dem Keller.

Passend zur Moorlandschaft habe er seinem Wein den Namen „Moor-Rebe Gold“ gegeben. Zwar seien sie beide seit 43 Jahren im Weinclub Barßel, sagt Elfriede Sandstede. Doch viel Wein trinke das Ehepaar selbst eher nicht.

Vermarkten wolle er den Wein aus seinem Garten nicht, meint Gerd Sandstede. Vielmehr freue es ihn, wenn Bekannten und Freunden der Wein schmecke. „Natürlich ist man da schon stolz“, meint der 84-Jährige.