Oldenburg - Chiasamen, Goji-Beeren, Avocados – im Moment scheint es so, als wäre nur das besonders gesund, was von möglichst weit her kommt: „Superfoods“ sind extrem beliebt. Doch für unsere Umwelt ist dieser Trend alles andere als gesund, denn die Nahrungsmittel haben meist tausende Kilometer zurückgelegt. Und noch etwas spricht gegen exotische Superfoods: „Durch den Export dieser exotischen Superfoods werden sie vor Ort oft teurer und stehen für die Bevölkerung nicht zur Verfügung“, sagt Sonja Pannenbecker, Referentin Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Bremen. Doch es gibt durchaus heimische Alternativen.
Leinsamen macht Chia Konkurrenz
Einen hohen Protein-Gehalt und wichtige Omega-3-Fettsäuren liefern Chiasamen. Allerdings: „Leinsamen toppt die Gehalte noch“, verrät die Verbraucherzentrale. Außerdem ist Leinsamen ein ebenso guter Ballaststoff-Lieferant wie Chiasamen. Wichtig dabei: Achten Sie darauf, dass der Leinsamen aus europäischem Anbau stammt und keine weiten Wege aus Asien zurückgelegt hat. Nicht nur aus Chiasamen, sondern auch aus Leinsamen lässt sich ein gesunder Pudding fürs Frühstück vorbereiten: Samen schroten, mit Milch verrühren und über Nacht im Kühlschrank quellen lassen - fertig.
Statt Avocados Walnüsse knacken
Ungesättigte Fettsäuren können positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System haben. Mit gutem Gewissen greifen daher ernährungsbewusste Verbraucher auf Avocados. Doch die Frucht ist extrem durstig: Rund 1000 Liter Wasser werden gebraucht, um ein Kilogramm Avocados zu produzieren. Und auch hier gibt es eine regionale Alternative: Walnüsse haben sogar einen höheren Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren als Avocados.
Hirse liefert Eiweiß und Eisen
Durch seinen hohen Anteil an pflanzlichem Eiweiß und an Eisen greifen gerade Vegetarier und Veganer gern zu Quinoa. Doch auch hier gibt es heimische Konkurrenz: Wer viel Eiweiß und Eisen in Getreideform zu sich nehmen möchte, kann ganz einfach zu Hirse greifen. Und auch Hafer ist hinsichtlich des Eiweiß-Gehaltes eine gute Alternative.
Blaue Früchte für die Gesundheit
Heidelbeeren, Holunderbeeren, blaue Trauben – sie alle sind eine köstliche Alternative zur Acai-Beere, die aus Mittel- und Südamerika zu uns kommt. Die blauen Früchte haben ebenso wie die Acai-Beere einen hohen Gehalt an Anthocyan, einem Antioxidantium. Antioxidantien schützen vor verschiedenen Krankheiten, stärken das Immunsystem und halten Zellen und Nerven gesund. Wer es lieber deftig als süß mag, greift zum Rotkohl. Auch seine Farbe verrät: Er enthält reichlich Anthocyan.
Heimische Früchte mit viel Vitamin C
Schwarze Johannisbeeren und Sanddorn laufen der Goji-Beere den Rang ab, wenn es um den Vitamin-C-Gehalt geht. Auch hier gibt es also gute Gründe, zur heimischen Variante des Superfood zu greifen.
