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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Tabak-Riese setzt auf Werk in Dresden

20.06.2017

Dresden Zigaretten sind so ungesund wie eh und je, doch den Konzernen dahinter geht es so gut wie lange nicht mehr. Anders als suggeriert, ist der Boom dem Verkauf klassischer Tabak-Produkte geschuldet und nicht etwa Alternativen wie E-Zigaretten.

Diese steuern bislang relativ wenig zu den Einnahmen bei. Allerdings treiben Konzerne das Geschäft voran. Am Montag kündigte der Tabakkonzern Philip Morris an, rund 300 Millionen Euro in den Bau einer neuen Fabrik in Dresden zu investieren. Von 2019 an sollen rund 500 Beschäftigte Tabaksticks für ein elektrisches Tabakerhitzersystem produzieren.

Bei den großen Tabak-Konzernen zeigen Erlöse, Gewinne und Aktienkurse steil nach oben. Das ist durchaus erstaunlich – zwischenzeitlich galt die Zigaretten-Industrie schon als abgeschrieben. Teure Rechtskonflikte wegen angeblicher Verschleierung der Risiken des Rauchens, strengere staatliche Vorschriften, Werbeverbote und gesundheitsbewusstere Verbraucher in vielen Ländern – das große Geschäft schien längst vorbei.

Neue Branchenzahlen des Marktforschers Euromonitor International sprechen eine klare Sprache: Seit 2011 ist der weltweite Verkaufswert, den die Tabak-Industrie pro Jahr mit Zigaretten einnimmt, um gut 21 Prozent auf 683,4 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr gestiegen.

Im gleichen Zeitraum sank die Anzahl der weltweit abgesetzten Zigaretten den Daten von Euromonitor zufolge von 5,9 Billionen auf 5,5 Billionen Stück.

„Jedes Mal, wenn die Steuern steigen, legt die Tabak-Industrie noch etwas extra drauf. Dadurch wachsen auch die Profitspannen“, sagt Jennifer Maloney, die den Markt für das „Wall Street Journal“ unter die Lupe genommen hat. Von 2006 bis 2016 hätten die jährlichen Gewinne der US-Tabakkonzerne um 77 Prozent auf 18,4 Milliarden Dollar zugelegt.

„Tabak-Aktien haben sich als perfektes Investment für geduldige Investoren erwiesen“, sagt Händler und Marktexperte Alan Farley. Der Branchenindex S&P 500 Tobacco hat in den vergangenen zehn Jahren um 178 Prozent zugelegt. Der US-Leitindex S&P 500 stieg in dieser Zeit nur um 60 Prozent.

Die Deutschland-Chefin von Philip Morris, Stacey Kennedy, sagte am Montag in Dresden mit Blick auf die neue Fabrik für Tabaksticks: „Die Investition ist ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg in eine rauchfreie Zukunft.“

Philip Morris und andere Branchengrößen testen inzwischen diverse Tabakverdampfer. Ob daraus jemals eine ernsthafte Alternative zu herkömmlichen Zigaretten wird, bleibt jedoch abzuwarten.

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Philip Morris | WSJ

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