Mariensiel - Der Bau von Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee sorgt seit geraumer Zeit auch für viel Betrieb bei der Wiking Helikopter Service GmbH. Das Unternehmen ist mit 74 Mitarbeitern – davon 21 Piloten – größter Arbeitgeber auf dem Jade-Weser-Airport in Mariensiel und trägt sich, um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden, mit Erweiterungsgedanken. Für die inzwischen sechs Hubschrauber reichen die Hangarkapazitäten kaum noch aus, sagt Geschäftsführer Holger Stockmeyer.
1975 ursprünglich als reine Unterstützung für den Seelotsenversatz gegründet, fliegt Wiking heute auch für internationale Öl- und Gasfirmen und versorgt die Offshore-Wind-Industrie mit Personal. Der Seelotsenversatz und die Flüge der Arbeiter von und zu den Windkraftanlagen-Baustellen auf See sind Hauptstandbeine von Wiking Helikopter Service. Außerdem hält Wiking in einer Kooperation mit der ADAC-Luftrettung den Notfallhubschrauber mit Piloten und Technikern für Rettungseinsätze bei den Offshore-Windanlagen vor.
Das alles geht leider nicht geräuschlos, sagt Stockmeyer, aber mit Flugrouten über dem Jadebusen und Abflughöhen von 1000 Fuß zu den östlich gelegenen Zielen sollen die unmittelbaren Flugplatzanwohner vom Motoren- und Rotorenlärm an- und abfliegender Helikopter verschont werden. Durchschnittlich achtmal täglich starten und landen Maschinen von Wiking Helikopter Service in Mariensiel. Liegt das Ziel im Westen, führt die gesetzlich vorgegebene Flugroute die Wiking- Piloten von Mariensiel aus auch über das Wangerland und an Spiekeroog und Wangerooge vorbei hinaus über die oft raue See.
Zum Einsatz kommt dabei eine Hubschrauberflotte von Maschinen des Typs Sikorsky S-76, Augusta Westland A 109 Grand und Agusta Westland AW 139. Gut 520 Liter Sprit verbrauchen die Maschinen pro Stunde.
„Da kostet jede Minute Geld“, erklärt der Geschäftsführer von Wiking Helikopter. Dennoch würden Maschinen, die zu später Abendstunde Mariensiel ansteuern, den Umweg über den Jadebusen fliegen, um möglichst wenig Fluglärm über den bewohnten Gebieten zu verursachen.
Natürlich komme es auch schon mal zu Beschwerden von Bürgern, die sich über Fluglärm beklagen, so Stockmeyer. Dann werden die Leute eingeladen und es werde gemeinsam nach einer Lösung gesucht – und meistens auch gefunden.
Nicht alle Helikopter, die am Himmel über dem Jeverland fliegen – darunter natürlich auch Rettungshubschrauber „Christoph 26“ – und zuweilen auch für Verwunderung sorgen, gehören Wiking. Kürzlich sorgte ein Helikopter mit einer torpedoähnlichen Fracht für Staunen und Fragen mancher Bürger. Das war natürlich kein Torpedo, sondern eine elektromagnetische Sonde, erläutert Stockmeyer. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe ließ damit über dem Watt aus Niederschlag gespeiste Süßwasserlinsen aufspüren.
