Barßel - Vorsichtig rücken Michael Warnken und Heiner Siemer die Gedenktafel in die richtige Position. Auf dem großen Granitstein neben dem Ehrenmal am Ortseingang Barßels bereichert sie künftig das Ensemble der Gedenkstätte, die an die Toten und Vermissten der beiden Weltkriege und an die Verstorbenen auf See erinnert. Wie berichtet plante der Verein „Mahn- und Gedenkstätte“ Barßel bereits im Mai eine Tafel anzubringen, die über die Geschichte des Mahnmals informiert. „Besonders die junge Generation weiß häufig wenig über die Bedeutung dieses Mahnmals“, sagt Heiner Siemer, stellvertretender Vorsitzender des Vereins.
Fast vier Jahre hatte sich der Barßeler Verein für den Wiederaufbau des zu Beginn der 1970er Jahre abgerissenen Kriegerdenkmals eingesetzt. Im Juli vergangenen Jahres wurde die Gedenkstätte feierlich eingeweiht. Rund 62 000 Euro kostete der Bau. Davon wurde ein Großteil aus Spenden finanziert.
Die am Donnerstag angebrachte Tafel zeigt Fotos, des alten und neuen Denkmals und gibt kurze Informationen zur dessen Entstehungsgeschichte. Angefertigt und gesponsert hat die Gedenk-Tafel Johannes Warnken vom „Werbefuchs“ in Barßel. Die Überlegung, die Gedenkstätte am Ortseingang öffentlicher zu machen und Bilder per Kamera ins Internet zu stellen, konnte der Verein bisher nicht umsetzen. „Aber wir haben schon viele Ideen“, sagt Vorsitzender Michael Warnken. Er und seine Mitstreiter freuen sich über die Resonanz aus der Bevölkerung. Immer wieder würden interessierte Passanten am Denkmal Halt machen, sagt Warnken. Ohne die zahlreichen Spenden und ehrenamtlichen Helfer wäre die Umsetzung der jahrelangen Bemühungen des Vereins nicht möglich gewesen, sagt Vorstandsmitglied Agnes Lamping. „Wir wollen mit diesem Mahnmal erinnern.“
Sobald es die Witterung zulässt, solle nun auch der 2011 restaurierte steinerne Löwe, der auf dem gut vier Meter hohen Barßeler Denkmal thront, einen neuen sandfarbenen Anstrich bekommen, sagt Siemer.
