Oldenburg - Interessanter Besuch im TGO: Der Vertreter der Republik Taiwan in Deutschland, Prof. Dr. Jhy-Wey Shieh, hat am Donnerstag das Technologie- und Gründerzentrum (TGO) besucht, um sich mit Geschäftsführer Jürgen Bath sowie dem Leiter der Wirtschaftsförderung Klaus Wegling über Kooperationen Oldenburger und Taiwanischer Firmen auszutauschen. Taiwan ist Deutschlands fünftwichtigster Handelspartner. An dem Treffen nahmen auch der Stellvertretende Repräsentant Dr. Ruey-Sheng Gu und der Leiter der Wirtschaftsabteilung in Berlin, Yuan-Guei Ho teil. Initiiert wurde der Besuch durch die CDU-Bundestagsabgeordnete Barbara Woltmann.
Bath wies auf die Möglichkeiten hin, die das TGO jungen, technologieorientierten Firmen bietet. Er wies auf die Notwendigkeit für junge Firmen hin zu kooperieren, Kontakte aufzubauen und Netzwerke zu nutzen, wie sie solch ein Zentrum biete. Zwei Drittel der TGO-Firmen kommen aus dem Hochschulbereich, von den 70 Mietern arbeiten 28 im Bereich Informationstechnologien/ Digitalisierung. Ein weiterer Schwerpunkt sind erneuerbare Energien.
„Taiwan ist ein hochinteressanter Partner für Oldenburg und die ganze Region mit ihren innovativen Unternehmen, insbesondere in den Bereichen IT und regenerative Energien“, sagte Wegling. Durch den Ausstieg Taiwans aus der Kernenergie bis 2025 wird es seine Energiepolitik auf regenerative Energie umstellen und ist deshalb sehr an Kooperationen interessiert. „Ein Treffen mit Vertretern des Oldenburger Energieclusters OLEC in Berlin wurde bereits beschlossen“, kündigte Barbara Woltmann an.
Nach Angaben der IHK gibt es derzeit etwa 50 Wirtschaftskontakte aus dem Oldenburger Land nach Taiwan. Weiteres Potenzial im Austausch von Waren und Dienstleistungen ist vorhanden, so Prof. Dr. Jhy-Wey Shieh, und der Präsident der IHK, Gert Stuke, beim Besuch der Delegation in der Kammer.
„Ein gebündeltes Know-how in Branchen wie der Agrar- und Ernährungswirtschaft, den erneuerbaren Energien oder der maritimen Wirtschaft finden sie so wie hier nicht in anderen Regionen Deutschlands“, sagte Stuke. „Sie sind daher bei uns im Nordwesten genau richtig, um neue Geschäftsbeziehungen zu knüpfen.“
Ingo Meidinger von der Container Terminal Wilhelmshaven JadeWeserPort-Marketing GmbH & Co. KG stellte die Vorzüge des Tiefwasserhafens vor. Mit der aktuellen Aufnahme Wilhelmshavens in die Fahrpläne des Reederkonsortiums Ocean Alliance, an der die taiwanesische Reederei Evergreen beteiligt ist, sei der Hafen ein idealer Umschlagshub, um Taiwan und den Nordwesten künftig besser zu verknüpfen. Als nächstes ist ein gemeinsames Handelsforum geplant.
