Dippoldiswalde - 2002 stand Dippoldiswalde unter Wasser. Vom Jahrhunderthochwasser war damals die Rede. Wege und Straßen wurden in Bösels Partnerstadt beschädigt. Gebäude stürzten ein, Trümmerhaufen, verwüstete Plätze und Gärten und Unmengen an Schlamm und Treibgut blieben zurück, als die Wasserpegel endlich sanken. „Wir hatten jetzt schon weit mehr Regen als 2002“, schildert Ralf Kerndt, Oberbürgermeister der Stadt Dippoldiswalde, die derzeitige Lage vor Ort: „Aber die Schadenslage hält sich noch in Grenzen. Eine Situation wie 2002 droht nicht wieder.“
Denn nach den verheerenden Überschwemmungen 2002 wurden die Hochwasserschutzmaßnahmen vorangetrieben. „Das Flussbett der Weißeritz wurde seitdem ausgebaut, das hat sich nun bezahlt gemacht“, so Kerndt. Seit Montagmittag sei der Zufluss der Weißeritz in die Malter Talsperre stabil, zeige sogar leicht fallende Tendenzen. Aber: Die Talsperre selbst ist voll. „Sie hat heute den Höchststand erreicht. Der untere Durchlass ist maximal geöffnet, die Talsperre läuft aber trotzdem noch über.“
Dieses Wasser beschert den Dippoldiswaldern aber gar nicht die größten Schwierigkeiten: „Die größten Probleme bereitet der gestiegene Grundwasserpegel. Das Erdreich nimmt nichts mehr auf. Das Wasser von den Hanglagen läuft in die Gebäude und überschwemmt Straßen.“ Der Landkreis habe Katastrophenalarm ausgerufen, mit Sandsäcken versuche man, die Gebäude vor dem eindringenden Wasser zu schützen.
Bürgermeister Kerndt sitzt mit in der Einsatzleitung – beinahe rund um die Uhr. Bis 23 Uhr war er am Sonntagabend im Einsatz. Um 4 Uhr in der Frühe hat er sich wieder in der Einsatzleitung eingefunden – von Rathausalltag keine Spur. Am Montagvormittag hat Kerndt mit der Feuerwehr eine Rundfahrt durch alle betroffenen Bezirke unternommen, um sich einen Eindruck von der Lage zu verschaffen. Überall traf er auf Freiwillige, die Sandsäcke befüllten und stapelten. „Die Firmen haben ihre Mitarbeiter dafür von der Arbeit freigestellt. Alle packen an, der Zusammenhalt ist da“, äußert Kerndt seinen Dank an alle Helfer – und die wird „Dipps“ noch eine Weile brauchen: „Es regnet leider immer noch.“
