TANGE - Erst war das Reiten für Familie Wasserthal nur ein Hobby. Fast zufällig wurde daraus aber inzwischen ein Nebenerwerb.
von Christian Quapp
TANGE - Wo Pferde stehen, sind Kinder meist nicht weit. Das ist auch auf dem Ponyhof Tange so, hier ist fast immer etwas los. Dabei hat alles ganz klein angefangen: „Unsere Töchter Selina und Yasmin wollten unbedingt ein Pferd“, erzählt Rainer Wasserthal. Also schaffte die Familie ein Pony an. „Und wie das so ist, irgendwann musste meine Frau auch in den Sattel steigen und kurz darauf habe ich auch Reiten gelernt.“Zunächst blieb es beim gemeinsamen Hobby, das Pferd war in einem Stall untergebracht – so wie es bei vielen Familien üblich ist. Der Wendepunkt kam eher zufällig, mit einer Chance, die sich Rainer und seine Frau Hilke nicht entgehen lassen wollten. „Wir hatten im Jahr 2005 die Möglichkeit, dieses Gelände mit den Gebäuden sehr günstig zu ersteigern, da haben wir zugeschlagen“, erzählt der 38-Jährige, der im Hauptberuf als Verkäufer arbeitet.
„Ihr seid doch verrückt“, haben viele Freunde dem Paar damals gesagt, als die Idee geboren wurde, auf dem Gelände der alten Tanger Mühle einen Ponyhof einzurichten und sich damit ein zweites Standbein zu schaffen.
Die Gebäude waren in einem erbärmlichen Zustand. „Die alte Mühle konnten wir leider nicht retten“, erzählt Wasserthal. Die restlichen Gebäude, den Stall und das Wohnhaus zu renovieren, hat viel Zeit und Schweiß gekostet.
„Wir haben alles selbst gemacht, allerdings mit sehr viel Hilfe von Freunden und Nachbarn“, erzählt Hilke Wasserthal. „Als wir das Dach des Stalls gedeckt haben, waren 15 Leute hier, meine Frau war bei der Arbeit und ich selbst konnte wegen einer Verletzung nicht mitarbeiten“, fügt Rainer Wasserthal sichtlich dankbar hinzu.
Irgendwann war es dann geschafft, der Stall war fertig. Den rustikalen Charme des Anwesens wollte das Paar erhalten. Trotzdem aber ist alles da, was für einen Erlebnistag mit Pferden gebraucht wird. Neben dem Stall ist ein Reitplatz, Stücke von Baumstämmen sind als Hocker um einen Grillplatz herum aufgestellt und auch ein Partyraum ist vorhanden.
Das wichtigste sind natürlich die Tiere, insgesamt vier Ponys stehen bei den Wasserthals auf der Koppel und warten auf Beschäftigung. „Das sind ganz liebe Tiere“, versichert Rainer Wasserthal. Und weil schon jetzt ständig viele Kinder den Hof bevölkern, war die Zeit reif, mit dem offiziellen Betrieb zu starten. „Wir bieten zum Beispiel Ponyreiten und Ponyspiele für Kindergeburtstage oder Ausflüge von Schulklassen und Kindergärten an“, beschreibt Wasserthal die Möglichkeiten.
„Nach dem Reiten können die Kinder am Lagerfeuer grillen oder Stockbrot backen.“ Auch auf Kinder, die noch nie im Sattel gesessen haben, sind die Wasserthals eingestellt: „Die werden dann erst mal geführt und können den Umgang mit den Tieren spielerisch lernen“, verspricht Rainer Wasserthal.
