Tange - Diejenigen, die zu den rund 20 Interessenten gehören, die es nach Angaben der Aper Gemeindeverwaltung für Grundstücke im Baugebiet Altona II gibt, können sich freuen: In Tange soll eine 1,2 Hektar große Ackerfläche im Eckbereich Bucksander Weg/Schedemannsweg in Bauland verwandelt werden.
Das hat die Mehrheit des Aper Rates mit 14 zu elf Stimmen entschieden und befürwortet, dass bei der Vergabe der neun bis zehn Grundstücke vorrangig Menschen aus Tange und Nordloh berücksichtigt werden. Abgelehnt wurde von der Ratsmehrheit ein UWG-Antrag, das Bauleitverfahren für die Erweiterung des Baugebiets Altona auszusetzen und im Gespräch mit der Interessengemeinschaft nach Alternativen zu suchen. Denn die Kritiker aus Tange und Nordloh, die Anfang November noch 103 Unterschriften im Aper Rathaus gegen das Baugebiet Altona II abgaben, wehren sich nicht gegen das Bauen in Tange, sondern gegen das Bauen auf besagtem Eckgrundstück.
20 Bauinteressenten, der Ortsbürgerverein und der Bezirksvorsteher, so hatte CDU-Ratsherr Dr. Gunnar Habben als Vertreter des Bauausschussvorsitzenden Hans-Hermann Reil erklärt, hätten sich dafür ausgesprochen, dass nach langen Planungen in Tange endlich Baumöglichkeiten geschaffen würden. Die Gemeindeverwaltung habe Alternativen geprüft, die aus verschiedenen Gründen (Immissionen von landwirtschaftlichen Betrieben, Schaffen neuer Splittersiedlungen, zu teure Erschließungen) nicht in Frage kämen. Dass eine landwirtschaftliche Fläche zu Bauland werde und damit landwirtschaftliche Fläche verloren ginge, sei ein grundsätzlicher Konflikt bei der Ausweisung von Bauland, das ließe sich nicht ändern. Im übrigen habe es lange Beratungen und Gespräche (auch mit Ratsmitgliedern aus Tange und Nordloh) gegeben, nun solle man abstimmen.
SPD-Fraktionsvorsitzender Björn Meyer sagte, dass alle Einwände geprüft und abgewogen worden seien. Konflikte sähe man hier nicht, sei es zwischen Landwirtschaft und Bewohnern, sei es durch den Discobetrieb. Seit 2015 habe es fast 20 Interessierte gegeben, die in Tange bauen wollten, aber keine Möglichkeiten gehabt hätten und woanders neue suchten. Nun müssten endlich Baumöglichkeiten in Tange geschaffen werden.
Von einem richtigen Weg für die Entwicklung des Dorfes sprach CDU-Ratsherr Markus Berends. Es gebe keine Alternative zum Bucksander Weg, wo man im übrigen Kosten durch die Erweiterung einer vorhandenen Siedlung spare. Durch eine Entscheidung werde nun endlich wieder Ruhe im Dorf einkehren. Man habe sich zwar zunächst für Altona II ausgesprochen, aber weil der Widerstand im Dorf groß sei, wolle man nach jahrelangen Diskussionen nun keine Baumöglichkeiten in Tange mehr befürworten, sagte Renate Brand für die Gruppe Grüne/Linke.
Der Sachverhalt sei komplizierter, als nur festzustellen, man habe keine Alternativen, meinte UWG-Ratsherr Klaus Harms. Es sei nicht richtig, die 103 Unterschriften gegen das Baugebiet vom Tisch zu wischen. Er plädierte dafür, das Gespräch mit der Interessengemeinschaft zu suchen, um einen möglichen anderen Standort zu finden.
Diese Ansicht teilte die Ratsmehrheit nicht. Nächstes Jahr soll die Fläche erschlossen und Bauplätze verkauft werden.
