Tarbarg - „Die Gastwirtschaft Stubenrauch war damals Treffpunkt für die jungen Leute nach Feierabend“, erinnert sich Helmut Böcker an die Zeit Mitte der 50er Jahre. Mariechen Kuhlmann war auch da, sie war als junges Mädchen beim Kaufmann und Gastwirt Stubenrauch in Stellung. „Zum Tanzen ging es mit dem Fahrrad nach Hollwege oder nach Halsbek. Die Deerns saßen an einem Tisch und die Jungs an einem anderen“, erzählt Mariechen lachend. Es war die Zeit, als sich Mariechen Kuhlmann und Helmut Böcker ineinander verliebten und sich verlobten. Am 19. Juli 1958 wurden sie in der St.-Petri-Kirche in Westerstede getraut und an diesem Donnerstag feiern Mariechen und Helmut Böcker ihre Diamantene Hochzeit.
Zu Anfang mieteten sich in Tarbarg eine kleine Wohnung. „Toilette, es war ein Plumpsklo, hatten wir mit dem Vermieter zusammen“, so der Jubilar, der 1935 in Rosenberg geboren und 1937 mit Eltern und Geschwistern nach Tarbarg gezogen ist. Hier baute die Familie einen landwirtschaftlichen Aussiedlerhof. Helmut Böcker ist zunächst in Hollriede zur Schule gegangen, später in Tarbarg. 1950 begann er eine Lehre als Zimmermann bei Willi Heinen in Tarbarg. Hier blieb er auch viele Jahre als Geselle. „Im ersten Lehrjahr habe ich 15 DM im Monat verdient, im zweiten waren es 20 DM und im dritten 25 DM“, weiß der 83-Jährige noch ganz genau. Sein erster Stundenlohn als Geselle habe 98 Pfennig betragen. Ab 1966 bis zum Renteneintritt hat Helmut Böcker als Maurer auf auswärtigen Baustellen gearbeitet.
Mariechen Kuhlmann, 1938 in Tarbarg geboren, ist auf dem elterlichen Hof mit sechs Geschwistern aufgewachsen. Zur Schule gegangen ist sie in Halsbek und in Tarbarg. Als junges Mädchen arbeitete Mariechen Kuhlmann später auf dem elterlichen Betrieb und war in Spohle bei der Firma Emil Gerdes für Laden und Haushalt zuständig. Viele Jahre hat sie nach der Hochzeit im Hollweger Gasthof Heinemann und bei Geflügel Claus in Moorburg gearbeitet. Bis zur Rente war sie noch über zehn Jahre bei der Firma Steinhoff beschäftigt.
Zwei Jahre nach der Hochzeit baute das junge Paar am Birkhahnweg in Tarbarg ein Eigenheim. „Wir haben auf dem 2500 Quadratmeter großen Grundstück Kartoffeln angebaut und unsortiert verkauft. Mit dem Geld konnten wir den Bauplatz bezahlen“, erzählt Helmut Böcker. Viel Unterstützung hätten sie von Familie, Arbeitgeber und Arbeitskollegen bekommen.
Zur Diamantenen Hochzeit und zum 80. Geburtstag von Mariechen Böcker am Tag darauf wird noch einmal der evangelische Kirchenchor Halsbek zusammenkommen und ein Ständchen bringen. Dem Chor, der sich in diesem Frühjahr aufgelöst hat, gehörte Mariechen seit Gründung vor 40 Jahren an. Zudem ist die Jubilarin seit über zwanzig Jahren in der Gymnastikgruppe in Tarbarg aktiv.
Ihr Ehemann gehört seit Gründung 1955 dem Boßelerverein „Liek up langs“ Tarbarg an, war rund 25 Jahre im Vorstand des SoVD-Ortsverbandes Hollriede-Tarbarg und hat viel Freude am großen Garten. Zudem hat er sich seit vielen Jahren um alle Arbeiten im und am Dörpshus in Tarbarg gekümmert.
Mariechen und Helmut Böcker haben zwei Töchter, Schwiegersöhne, fünf Enkelkinder und ein Urenkelkind.
