• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Demonstration In Hannover: Tausende Bauern kämpfen um ihre Zukunft

01.07.2016

Hannover Rund 3.200 Landwirte aus dem gesamten Bundesgebiet haben bei einer Demonstration in Hannover auf die angespannte wirtschaftliche Lage ihrer Betriebe aufmerksam gemacht. „Wir arbeiten Tag und Nacht und verdienen nichts mehr, weil unter anderem die Milchpreise im Keller sind“, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, bei der Kundgebung vor dem Kongresszentrum. Die Demonstration bildete zugleich den Abschluss den diesjährigen Deutschen Bauerntages.

Rukwied forderte die verarbeitenden Betriebe auf, die Verträge mit den Bauern aufzukündigen und neue Abnahmepreise zu verhandeln. „Es geht um unsere Zukunft. Es steht im Moment sehr viel auf dem Spiel, und ich sage ganz offen, dass wir es nicht alleine schaffen.“ Den Bauern entgingen Einnahmen, unter anderem auch wegen des im Juli 2014 verhängten EU-Handelsembargos mit Russland. „Deswegen muss die Politik jetzt in die Pflicht genommen werden.“

Bundeslandwirtschaftsminister Christan Schmidt (CSU) sagte den Bauern Hilfen zu. Die Agrarkrise müsse nun schnell dort „gelöscht“ werden, wo es brenne: „Mit so viel Wasser wie wir kriegen können.“ Zugleich forderte der Minister die Landwirte zu einem weitergehenden Dialog auf. Die Bauern müssten der Politik darlegen, wie sie ihre Zukunft sähen und was sie dafür von der Politik benötigten.

Die Ursachen für ihre finanziell angespannte Situation lägen nicht zwingend bei den Bauern selbst, betonte der Minister. „Wir müssen über die Probleme in der Wertschöpfungskette reden.“ Der niedersächsische Landvolk-Präsident Werner Hilse kündigte an, die Bauern würden den Minister beim Wort nehmen. Schmidt habe deutlich gemacht, dass er kämpfen werde: „Für Akzeptanz, Vertrauen und mehr Freiheiten für die Bauern.“

Zuvor hatte der hannoversche Landesbischof Ralf Meister zu einer gesamtgesellschaftlichen Debatte über die Landwirtschaft der kommenden Generationen aufgerufen. Es dürfe nicht nur Gespräche von Krise zu Krise geben, mahnte der evangelische Theologe vor den rund 1.000 Teilnehmern des Bauertages. Grundsätzlich müsse die „Agrarschizophrenie“ thematisiert werden.

„Wir müssen uns fragen, welche Grenzen wir setzen können und wollen. Wir müssen überlegen, wie viel Fleisch wir essen, ob die Supermärkte auch am Samstagabend noch gefüllte Obst- und Gemüseregale haben müssen“, sagte Meister. Genauso gehörten die Produktionsbedingungen oder die Normen, unter denen etwa Gemüse vor dem Verkauf aussortiert werde, in den Fokus. Das Thema Nachhaltigkeit gehe nicht nur die Landwirte etwas an. Es betreffe genauso die Verbraucher, den Handel und die Nahrungsmittelproduzenten. Meister hatte während des Bauerntages auch einen Gottesdienst mit den Landwirten gefeiert.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.