• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Fachkräftemangel ist "Mega-Thema" für Handwerk

29.04.2019

Chemnitz (dpa) - Das Handwerk sieht den Fachkräftemangel als eines der drängendsten Probleme der Branche. "Ein Mega-Thema, wir haben einen enormen Bedarf", sagte der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke, auf der Frühjahrskonferenz in Chemnitz.

Im Vorjahr blieben bundesweit 17.000 Lehrstellen unbesetzt, insgesamt gibt es rund 25.000 offene Stellen im Handwerk. Zudem suchen in den nächsten Jahren rund 200.000 Handwerksunternehmen in Deutschland einen Nachfolger. "Wir könnten mehr Aufträge abarbeiten, die Kunden müssten weniger lang warten, wenn wir mehr Leute hätten", so Schwannecke.

Die Chefs der 53 Handwerkskammern diskutieren auf dem Deutschen Handwerkskammertag (DHKT) in Chemnitz über aktuelle Entwicklungen ihrer Branche. Mit Imagekampagnen, Workshops, auf Messen und an Schulen wirbt das Handwerk um angehende Tischler, Bäcker und Dachdecker. Zwar stieg 2018 die Zahl der neu geschlossenen Ausbildungsverträge zum vierten Mal in Folge an. "Das reicht aber noch lange nicht", so Schwannecke. Er forderte die Politik auf, der beruflichen Ausbildung die gleiche Aufmerksamkeit wie der akademischen zu schenken.

‎Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte, Imagekampagnen reichten nicht aus. "Ohne mehr Tarifbindung und bessere Arbeitsbedingungen wird eine ‎Ausbildung im Handwerk auch in Zukunft nicht attraktiver werden", sagte Vorstandsmitglied Stefan Körzell. Aktuell arbeiteten nur etwa 30 Prozent der Beschäftigten unter tarifvertraglichen ‎Bedingungen‎. Die Gewerkschaften dürften sich mit ihren Forderungen nicht nur an der Industrie orientieren, so Schwannecke. Diese könnten von Kleinbetrieben nicht erfüllt werden.

Das Handwerk fordert seit langem - auch mit Blick auf die Sicherung von Fachkräften - eine Rückkehr zur Meisterpflicht. 2004 war diese in mehr als 50 von 94 Berufen weggefallen - etwa für Gold- und Silberschmiede oder Fliesenleger. Seither habe es eine "Spirale der Dequalifizierung" gegeben, kritisierte Schwannecke. Betriebe ohne Meisterbrief bildeten kaum aus, zudem werde nicht unbedingt nach Qualitätsstandards gearbeitet.

Nachdem sich jüngst eine Arbeitsgruppe der Fraktionen von Union und SPD im Bundestag auf Eckpunkte für eine Änderung der Handwerksordnung verständigt hat, rückt eine Rückkehr zur Meisterpflicht für viele Berufe näher. Im Sommer soll dazu ein Gesetzentwurf erarbeitet werden. Das Handwerk hofft, dass Anfang 2020 ein neues Gesetz zur Ausdehnung der Meisterpflicht in Kraft treten kann.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.