Tossens - Mit „biologischen Waffen“ in Form von Teichmuscheln und Bitterlingen versucht der Fischereiverein Butjadingen dem für die Fische bedrohlichen enormen Algenwachstum in den Tossenser Pütten entgegenzuwirken. Rund 1000 Euro hat der Angelverein in diese präventive Maßnahme investiert.
Anlass für die Aktion ist eine massive Stäbchenalgenbildung. Hervorgerufen werde diese „Algenpest“ durch eine Überdüngung des Gewässers. Ausschlaggebend sei sehr oft falsch verstandene Tierliebe, indem Enten und Vögel übermäßig stark gefüttert werden, berichte Jörg Lange, Vorstandsmitglied des Fischereivereins.
Nicht verwertete Essensreste und der starke Kot der Tiere würden zu einer starken Düngung des Gewässers beitragen. Durch das Absterben der Algen komme es zu starken Sauerstoffschwankungen im Gewässer und daher auch leider zu Fischsterben, erläuterte der Experte. Die Teichmuscheln sollen nun versuchen, diese Algen herauszufiltern.
Der gleichzeitige Einsatz der Bitterlinge diene der Bildung einer Zweckgemeinschaft für die Fortpflanzung. „Ist der Bitterling geschlechtsreif, bildet er eine Legeröhre. In dem Moment, in dem die Teichmuschel ihre Kiemendeckel öffnet, legt der Bitterling seine Eier in die Muschel ab. Wenn die kleinen Fische geschlüpft sind, verlassen sie mit dem Atemstrom der Muschel ihre Behausung“, so Jörg Lange. Gleichzeitig hefte die Muschel ihre Larven an den Bitterling, der dann die Aufgabe übernehme, diese Larven im Gewässer zu verteilen.
Dem Angelverein sei sehr daran gelegen, auch unter Artenschutz stehende Fischarten zu erhalten, und dazu gehört auch der Bitterling. Sollte dieses Projekt in Tossens Erfolg haben, sei der Fischereiverein Butjadingen bereit, sich stärker in diesem Bereich zu engagieren und auch an anderen Gewässern tätig zu werden. Da das mit hohen finanziellen Kosten verbunden seit, denke man daran, Partnerschaften für Muschel und Bitterlinge einzuführen.
„Nur in einem gesunden Gewässer gibt es einen gesunden Fischbestand. Gesund Fische, auch aus dem Süßwassergewässern, ergänzen hervorragend den täglichen Ernährungsbedarf. Deshalb muss uns allen daran gelegen sein, für saubere Gewässer einzustehen“, wirbt Jörg Lange für das Projekt.
