Friesoythe - „Uns entsteht ein hoher wirtschaftlicher Schaden.“ Theodor Pancratz ist sauer. Seit dem 1. November ist er mit seinem Uhren-, Schmuck- und Optiker- und Hörakustik-Geschäft an der Moorstraße 2 ansässig. Über das Telefon erreichbar ist er noch immer nicht. Auch das Internet funktioniert nicht. Ebenso wie bei seinen Mietern, etwa der Physiotherapie-Praxis Basler.
Dabei hatte er sich frühzeitig um die Regularien gekümmert, wie Theodor Pancratz sagt. Er habe beim bisherigen Telefonanbieter EWE Tel kündigen müssen, weil diese von der Telekom keine Leitung zur Verfügung gestellt bekommen hatte, berichtet Pancratz. Also stellte er am 28. Oktober einen sogenannten Portierungsauftrag an die Telekom. Damit hatte er der Telekom den Auftrag gegeben, beim bisherigen Anbieter, der EWE Tel, zu kündigen und einen neuen Anschluss unter Beibehaltung der alten Telefonnummer zu erstellen.
Am 5. November bestätigte die Telekom den Auftrag – allerdings mit dem Hinweis, dass der Auftrag erst am 4. Dezember ausgeführt werden könne – „nicht akzeptabel“ für Theodor Pancratz, zumal es sich um ein Geschäftshaus handele, von dem aus Gespräche mit Kunden und Patienten geführt werden müssten. Der Portierungsanfrage der Telekom ging bei EWE Tel nach Auskunft eines Pressesprechers aber erst am 11. November ein und wurde am 13. November durchgeführt. Der Kunde sei mit Wirkung vom 28. Oktober aus seinem Vertrag gelassen worden.
Die Telekom teilt auf NWZ -Nachfrage verklausuliert mit, dass noch „ausstehende Prüfungen zur Verfügbarkeit der Ressourcen“ Grund für die Wartezeit seien. Weil das Haus an der Moorstraße abgerissen worden sei, habe der Anschlusspunkt neu installiert werden müssen. Ein Problem gibt es nach Angaben der Telekom beim Wechsel von der EWE Tel. Denn wegen eines abweichenden Kundennamens, so die Telekom, hätte EWE Tel die Übertragung der Telefonnummer zunächst abgelehnt. Die Rufnummer sei nunmehr ein zweites Mal angefordert worden – darauf habe sie, die Telekom, aber bislang keine Freigabe erhalten, so eine Sprecherin auf NWZ -Anfrage.
Die Leitungen für das Geschäftshaus an der Moorstraße sind damit weiter tot. „Die Anschlüsse liegen hier, das muss doch nur noch freigeschaltet werden“, ärgert sich Geschäftsmann Pancratz. Er hat jetzt einen Anwalt eingeschaltet, der seine Interessen vertritt.
