Bösel - „Gutes Benehmen ist die Kunst, den Menschen unseren Umgang angenehm zu machen“: Mit diesem Zitat von Jonathan Swift begann Margret Emke von der Landwirtschafskammer Cloppenburg am Donnerstagabend ihre Ausführungen. Margret Emke referierte über gutes Benehmen auf Einladung des Landfrauenvereins Bösel-Petersdorf und der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) Bösel.

Die Referentin erinnerte an den „Knigge“, das Buch über die Umgangsformen, das aus der Feder von Adolf Freiherr von Knigge stammt. Man unterscheide zwischen dem sozialen Verhalten und der Etikette. So solle man nicht über andere tratschen und lästern. Wichtig seien auch Höflichkeit und Takt im Umgang miteinander. Die beiden „Zauberworte“ bitte und danke seien sehr wichtig. „Höflichkeit ist ein Kapital, das sich hoch verzinst“, führte sie aus. Wichtig sei auch der richtige Takt: „Takt ist der Verstand des Herzens und kann zur freundlichen Atmosphäre führen“, so Emke. Das setze Feingefühl voraus.

Angeberei und Protzerei seinen ein Tabu. Außerdem spreche man nicht über Preise – wie zum Beispiel: „Hier ist meine neue Handtasche, sie hat 250 Euro gekostet.“

Auch zur Kleidung gab die Referentin Hinweise. „Damen sollten nie mehr als neun sichtbare Kleidungsstücke tragen“, so Emke. Diese kommen schnell zusammen, da man Schmuckstücke und Brille einbeziehe. Außerdem: 70 Prozent der Herren trügen ihre Krawatte zu kurz, sie solle stets bis zum Gürtel reichen.

Beim Grüßen reiche man immer dem Gastgeber zuerst die Hand. Sowohl Frauen als auch Männer sollten zum Grüßen aufstehen. Beim Handschlag solle man sich ansehen. Beim Vorstellen oder auch am Telefon sollen immer Vor- und Nachname genannt werden.


Viele Informationen gab Emke auch zum Essen: „Servietten müssen genutzt werden.“ Während des Essens sind Gespräche nur mit dem Nachbarn oder Gegenüber erlaubt. Wenn vor dem Essen beim Stehempfang ein Sekt angeboten wird, so wird das Glas nicht mit an den Tisch genommen.

Am Büfett werde beim zweiten beziehungsweise folgenden Gängen immer ein neuer Teller genommen. Rotweingläser werden am Stiel gehalten. „Absolut tabu sind beim Essen das Herumspielen am Handy oder das Reinigen der Zähne mit Zahnstochern“, sagte Emke.