Wildeshausen/Hagel - Eigentlich wollte Udo Ritterhoff (48) nur schneller im Internet surfen. Das klappt prima. Dafür allerdings ist er seit sechs Wochen telefonisch kaum noch erreichbar. Und nicht nur er, auch seine 86-jährige Tante, die in der Wohnung unten im Haus lebt, kann nicht mehr von Freundinnen, Ärzten oder ihrer Physiotherapeutin angerufen werden.

Die Geschichte begann, als Ritterhof am 4. Februar seinen Anschluss in der Großenkneter Bauerschaft Hagel von der EWE zur Telekom verlegte. Ein Techniker des rosa Riesen klemmte den alten Anschluss ab und installierte den neuen.

Dabei trat ein Problem auf. Der Techniker meinte, am nächsten Tag sei alles freigeschaltet. Dann fuhr er weg. Doch zwei Stunden später war der Mann von der Telekom wieder da. „Er erzählte, er habe einen Fehler gemacht und müsste noch etwas umklemmen“, erinnert sich Ritterhof.

Dass der Anschluss trotzdem gestört blieb, merkte die Familie in den kommenden Tagen nicht. „Wir konnten ja raus telefonieren“, sagt Ritterhoff. Dass Bekannte ihn aber nicht erreichen konnten, merkte er erst eine Weile später. „Freunde meldeten sich schließlich auf meinem Handy und erzählten mir, dass bei meiner Nummer eine Ansage geschaltet sei.“ Eine Computerstimmer vermeldete: „Diese Nummer ist nicht vergeben“.

Ritterhoff hakte bei der Störungsstelle der Telekom nach. „Dort schob man das Problem zunächst auf die EWE.“ Der Kunde fragte bei der EWE nach. Dort hieß es, alles sei ordnungsgemäß übergeben worden.


Ritterhoff ging wieder zur Telekom. Nun war von einem technischen Problem die Rede. Dummerweise klappte das jedoch auch nicht. Am 12. Februar der nächste Versuch von Ritterhoff. Diesmal versprach man, alles noch am selben Tage zu regeln.

„Seitdem rufe ich zwei- bis dreimal pro Woche bei der Störungsstelle an. Jedes Mal landet man bei neuen Mitarbeitern in anderen Callcentern. Und nichts passiert“, beschwerte er sich bei der NWZ .

Die Redaktion hakte bei der Presseabteilung der Telekom in Bonn nach. Sprecher George McKinney versprach, dass man den Fall prüfen werde. Konkret könne man derzeit aber nichts dazu sagen. „Wir haben 28 Millionen Kunden im Festnetz. Da kann es nicht für einen einzelnen Kunden einen festen Ansprechpartner geben“, so der Telekom-Sprecher.

Familie Ritterhoff hat die Februar-Rechnung erstmal wieder an die Telekom zurückgeschickt. Und wenn sich das Problem nicht bald löst, will man einen Anwalt einschalten.