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Stromausfall Tesla-Produktion bei Berlin steht still – Linksextremistische Gruppe bekennt sich zu Anschlag

Oliver Von Riegen
Das Werk der Tesla-Gigafactory Berlin-Brandenburg.

Das Werk der Tesla-Gigafactory Berlin-Brandenburg.

dpa

Grünheide - Die Produktion in der einzigen europäischen Tesla-Autofabrik steht nach dem Stromausfall seit Dienstagmorgen still. Die Fabrik in Grünheide bei Berlin sei evakuiert worden, hieß es in Medienberichten. Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) geht nach dem Stromausfall mit Folgen auch für die Tesla-Fabrik in Grünheide von einem Anschlag aus. Die als linksextremistisch eingestufte „Vulkangruppe“ hat sich zu einem „Anschlag auf die Stromversorgung“ nahe der Tesla-Fabrik bei Berlin als Protest gegen den US-Autobauer bekannt.

Bekennerschreiben

„Wir haben heute Tesla sabotiert“, heißt es in einem Schreiben der Gruppe vom Dienstag. Die Polizei prüft das Bekennerschreiben, welches der Polizei vorliegt, sagte ein Sprecher am Dienstag. Die Gruppe wirft Tesla „extreme Ausbeutungsbedingungen“ vor und fordert die „komplette Zerstörung der Gigafactory“. Die Brandenburger Polizei geht derzeit von Brandstiftung aus, der Staatsschutz des Landeskriminalamts nahm die Ermittlungen auf.

„Sollten sich die ersten Erkenntnisse bestätigen, handelt es sich um einen perfiden Anschlag auf unsere Strominfrastruktur“, teilte Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Dienstag mit. „Das wird Konsequenzen haben. Hier wurden tausende Menschen von der Grundversorgung abgeschnitten und in Gefahr gebracht.“ Über die Täter könne aber noch nichts gesagt werden. „Deshalb warne ich vor voreiligen Spekulationen.“ Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat einen mutmaßlichen Anschlag auf die Stromversorgung nahe der Tesla-Fabrik bei Berlin scharf verurteilt. „Anschläge auf unsere kritische Infrastruktur sind eine Form von Terrorismus“, teilte der SPD-Politiker am Dienstag mit. Er forderte ein konsequentes Durchgreifen des Rechtsstaats. „Sollte sich der Verdacht eines terroristischen Anschlages erhärten, wird der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernehmen müssen“, so Woidke.

Zahlreiche Haushalte betroffen

Die Feuerwehr war nach Polizeiangaben gegen 5.15 Uhr zu dem Brand im Bereich Goßen-Neu Zittau nahe Berlin gerufen worden und hatte mit den Löscharbeiten begonnen. Durch das Feuer ist zwischenzeitlich der Strom nach Angaben eines Sprechers im Umkreis ausgefallen. Der Stromausfall sorgte für einen Produktionsstopp bei Tesla, zahlreiche Haushalte in der Region waren außerdem betroffen. Die Versorgung der umliegenden Gemeinden läuft seit dem späten Dienstagvormittag wieder. Das teilte der Versorger Edis mit. Ausnahme seien die große Industrieanlage selbst sowie ein Logistikzentrum. Edis-Experten seien vor Ort und bereiteten die Reparatur des beschädigten Hochspannungsmasts vor, hieß es. Die Schadenstelle sei gesichert. Die Reparatur beginne nach Freigabe durch die Ermittlungsbehörden.

Die „Vulkangruppe“

Die „Vulkangruppe“ stand bereits im Jahr 2021 im Verdacht, einen Brandanschlag auf die Stromversorgung der Tesla-Baustelle verübt zu haben. Sie warf Tesla damals auf der linksradikalen Internetseite Indymedia.org vor, Tesla sei weder grün, ökologisch noch sozial. Der Verfassungsschutz Brandenburg schrieb in seinem Bericht 2021 über das Bekennerschreiben. Dort hieß es außerdem: „In den vergangenen Jahren hatten mehrmals Linksextremisten als „Vulkangruppen“ Brandanschläge in Berlin verübt.“


Tesla stellt in Grünheide seit knapp zwei Jahren Elektroautos her. Dort arbeiten nach jüngsten Angaben des Unternehmens rund 12.500 Beschäftigte. Umweltschützer kritisieren unter anderem, dass das Gelände in einem Wasserschutzgebiet liegt. Bei einer Bürgerbefragung in Grünheide hatte sich eine Mehrheit gegen die Erweiterungspläne gewandt. Tesla will außerdem die Produktion ausbauen.

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