TETTENS - Ein weiterer Schritt zum Erhalt der Festungsinsel Langlütjen II ist getan: Am Sonntag ist der Förderverein Inselfort Langlütjen II im Atlantic-Hotel Bremerhaven gegründet worden. Zum Vorsitzenden wurde der Geschäftsmann Birger Winkelvoss (49) gewählt. 2. Vorsitzender ist Dr. Julius Heuberger. Als Schatzmeister fungiert Dr. Jürgen Keller.
Ein Gründungsmitglied des neuen Vereins ist Wilfried Boekhoff (Einswarden), der selbst vor einigen Jahren einen Förderverein ins Leben rufen wollte. Der Plan scheiterte damals an einem Formfehler. Der Blexer Theodor Köhne, Wattführer und ausgewiesener Langlütjen-II-Experte, informierte während der Versammlung kurz über die Geschichte der künstlich angelegten Küstenforts Langlütjen I und II im Wattenmeer. Seinem Engagement war es letztlich zu verdanken, dass Langlütjen II im Jahr 1996 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Nach Auskunft von Birger Winkelvoss lehnte es Theodor Köhne bei der Gründungsversammlung ab, das Amt des 2. Vorsitzenden zu übernehmen.
Arbeiten im Kernbereich
Der Förderverein möchte nun zusammen mit dem Inseleigentümer Jens-Torsten Bausch die Sanierung des Inselforts weiter vorantreiben. Nachdem der schwer beschädigte nördliche Kopf des Eilands saniert worden ist, stehen weitere Arbeiten im Kernbereich an. In den zurückliegenden Monaten haben sich auch Statiker ein Bild vom Zustand des Bauwerks machen können. Laut deren Urteil, so Birger Winkelvoss weiter, sei der Baukörper noch super in Schuss. Weitreichende Pläne könnten realisiert werden. So soll im Inneren eine Ausstellung die Geschichte des Bauwerks dokumentieren. Auch ein Wellness-Bereich in den Kasematten ist vorgesehen.
Herzstück des Sanierungskonzeptes ist die Errichtung eines Hotels. Wie eine Krake soll ein stählernes Korsett den Kern der Festungsinsel überspannen. Dieses Gerüst soll ein zweigeschossiges Hotel tragen, das nach Auskunft von Birger Winkelvoss maximal fünf Meter über die Festung ragt. Das Erscheinungsbild des mehr als 130 Jahre alten Inselforts werde beibehalten, merkt der Bremer Geschäftsmann an. Studenten der Technischen Universität Braunschweig haben 35 Hotel-Modelle entworfen, drei sind laut Birger Winkelvoss in der engeren Auswahl.
Bis es so weit ist, muss noch viel geschehen. Denn durch Risse in der Deckenkonstruktion dringt immer wieder Wasser ein, so dass die Räume noch trocken gelegt werden müssen. So fallen Fragmente von den Wänden, die wieder aufzumauern sind. Daher werden Originalziegel gesucht. Die vielen Fenster, im Zweiten Weltkrieg zugemauert, möchten Verein und Eigentümer aufstemmen lasen.
Ein weiterer Sanierungsfall ist der Wehrgraben, der sich um den Zentralbau zieht. Er soll mittels einer Glaskonstruktion abgedeckt werden. Zum einen sei der Bereich dann vor Nässe geschützt, so Birger Winkelvoss. Zum anderen könne ein Raum für Besucher geschaffen werden. Für den sanften Tourismus erschlossen, könnten viele von Langlütjen II partizipieren, ist der 49-Jährige Vorsitzende überzeugt.
Insel im Nationalpark
Die Festungsinsel Langlütjen II ist aufgrund ihrer Konstruktion und Lage einzigartig auf der Welt. „Nirgendwo sonst lässt sich das Wattenmeer so hautnah erleben“, schwärmt Birger Winkelvoss von der Idee, Wattführungen anzubieten. Weil die Insel jedoch im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer liegt, lassen sich die kompletten Festungsbau-Pläne nur schwer umsetzen. Allein für die Genehmigung, einen Arbeits- und Baucontainer aufzustellen, ging ein Jahr ins Land. „Wenn sich das weiterhin so zähflüssig anlässt, dauert es bis zur Fertigstellung 30 bis 40 Jahre“, fürchtet der Unternehmer.
Seilbahn geplant
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