TETTENS - „Ich kann einfach nicht Nein sagen“, sagt der rege Rentner. Nun hat er eine Chronik des Püttwesens erstellt.
Von Klaus Homola
TETTENS - „Anpacken“ ist für den pensionierten Oberstleutnant der Luftwaffe, Hans-Dieter Kock, nicht nur ein Wort. Seit 2002 wohnt er in Tettens, fühlt sich hier wohl und engagiert sich im Vereinsleben des Ortes.Es begann damit, dass er davon hörte, dass der PC-Raum der Grundschule Tettens nicht genutzt wurde, weil sich niemand recht an die Technologie herantraute. Kurzerhand übernahm Kock diese Aufgabe und brachte einer Gruppe Viertklässlern die Grundzüge der Arbeit am Computer bei.
„Ich kann einfach nicht Nein sagen“, erzählt er fröhlich. „Doch weil ich keine Bezahlung annehme, kann ich mir die Sachen aussuchen, die ich machen will.“
Die nächste Aufgabe wartete schon auf ihn, als Nachbarn ihm vom Schwimmbad in Tettens und einer Gruppe erzählten, die sich für den Erhalt des Bades einsetzte. Seit 2004 engagierte Kock sich in der Schwimmbadgemeinschaft und wurde ihr Sprecher. Er war mit dafür verantwortlich, dass daraus im Mai 2006 ein Verein wurde, der inzwischen die Marke von 150 Mitgliedern überschritten hat.
2004 wurde der rege Rentner Mitglied in der Püttgemeinschaft Tettens und baute ein Jahr später mit Fritz Hinrichs eine neue Pütt, weil die alte in die Jahre gekommen war. 2006 wurde er zum Püttmeister gewählt.
Durch die Beschäftigung mit dem Püttwesen entstand die Idee, zum 150. Gründungsjahr der 1857 entstandenen Püttgemeinschaft eine kleine Chronik zu erstellen. Kock hat sie überschrieben mit „Eine Zusammenstellung aus Veröffentlichungen der letzten 50 Jahre“, allerdings deckt die Chronik den gesamten Zeitraum seit Gründung vor 150 Jahren ab.
Die Chronik wird beim Püttfest am kommenden Montag, 8. Januar, um 20 Uhr im „Deutschen Haus“ in Tettens vorgestellt. Kock bittet darum, dass alle Bürgerinnen und Bürger, die am Püttfest der Püttgemeinschaft teilnehmen wollen, sich möglichst schnell bei ihm anmelden.
Was bewegt den quirligen Mann noch? „Na ja, ich bin noch Mitglied im Bürgerverein, vielleicht kann ich da auch was bewegen“, meint Kock. Außerdem bringt er Erwachsenen im PC-Raum der Grundschule an den elf Schülerarbeitsplätzen die Textverarbeitung am Rechner bei. „Das macht mir mächtig Spaß, denn das habe ich ja in meinem Beruf gelernt“, meint er.
Und noch etwas anderes hat er in seinem Beruf praktiziert: Eine Sache aufnehmen und zu Ende bringen. Das dürfte den Tettensern nur recht sein.
