TETTENS - Die Fallwildquote im Wangerland ist viel zu hoch: Laut Elimar Becker, Leiter des Hegerings Wangerland, liegt sie beim Rehwild bei rund 60 Prozent. 30 Rehe kamen im vergangenen Jahr im Verkehr sowie durch Krankheit zu Tode, nur 21 durch die Flinte. Bei den Feldhasen wurden 664 Tiere erlegt, als Fallwild kamen 572 Tiere ums Leben. 612 Fasane wurden zur Strecke gebracht (Fallwild: 277) und 592 Stockenten (219).
Unmut über Hundesteuer
Um die Fallwildquote zu verringern, wurden an der Kreisstraße 86 mit einem Duftstoff versehene Wildreflektoren angebracht. Das Projekt wird vom Landkreis und von der Polizei begleitet.
Becker ermahnte die Jäger, die so genannten Beutegreifer, also Raubvögel, aber auch Füchse kurz zu halten und die Wildäcker zu pflegen.
Auf Unmut unter den Jägern stößt, dass die Gemeinde Wangerland die ermäßigte Hundesteuer für Jagdhunde aufgehoben hat. Hundeobmann Henning Brader berichtete, dass für Fährtenhunde dennoch ein Antrag auf Ermäßigung gestellt werden sollte.
Hoher Aufwand der Jäger
Als Relikt aus dem 19. Jahrhundert und „völlig überflüssig“ bezeichnete Kreisjägermeister Peter Wienke die vom Landkreis erhobene Jagdsteuer. Sie beträgt rund 12 400 Euro. Ihr gegenüber stehe der hohe Aufwand, den die Jägerschaft bei der Beseitigung von angefahrenen oder getöteten Tiere betreibt: Wienke rechnete mit Aufwandskosten von mehr als 100 Euro pro Tier. Von daher könne die Jagdsteuer ruhig entfallen.
Er sprach sich zudem dafür aus, Gräben nicht ganz auszuräumen, damit Tiere Deckung finden könnten.
