TETTENS - Bei der Pflege sind dringend Verbesserungen erforderlich. Das sagte Ingo Holtz, der Kreisvorsitzende des Sozialverbandes VdK, jetzt in der Jahreshauptversammlung des VdK-Ortsverbandes Nordenham im Landhaus Tettens.

Mehr als 250 000 Niedersachsen sind pflegebedürftig, zwei Drittel von ihnen werden zu Hause betreut. Auch deshalb machte Holtz die Kampagne „Pflege geht uns alle an“ zum Hauptthema seiner Rede, die der VdK-Landesverband Niedersachsen/Bremen im März gestartet hat.

Sie soll vor allem auf die Lage der pflegenden Angehörigen aufmerksam machen. Dabei handelt es sich überwiegend um Frauen. Der Landesverband will ihre Position stärken und um mehr Anerkennung für sie werben. Zudem tritt er dafür ein, dass sie mehr finanzielle Hilfen bekommen.

Das Pflegegeld müsse angehoben werden und regelmäßig mit den Lebenshaltungskosten steigen, sagte Ingo Holtz weiter. Zudem müsse die Pflege eines Angehörigen besser mit Berufstätigkeit zu vereinbaren sein. In diesem Zusammenhang schlägt der VdK vor, dass allen Arbeitnehmern eine Pflegezeit von mindestens zwei Jahren eingeräumt werden soll, die mit einer Lohnersatzleistung nach dem Vorbild des Elterngeldes vergolten werden müsse.

Nach der Pflegezeit müsse es ein Rückkehrrecht in die Vollzeittätigkeit geben sowie Förderprogramme zum Wiedereinstieg in den Beruf. Bei der Rente dürften Pflegezeiten nicht geringer angerechnet werden als Erziehungszeiten.


Außerdem will der VdK erreichen, dass Angebote zur Tages- und Kurzzeitpflege ausgebaut werden. Zudem müsse es gemeinsame Reha-Angebote für Pflegebedürftige und deren Angehörige geben. Eine weitere Forderung des Sozialverbandes ist die Einrichtung von Pflegestützpunkten. Dafür will der Landesverband ehrenamtliche VdK-Pflegelotsen gewinnen.

Sie sollen weder Rechtsberatung noch Pflegedienst übernehmen, sondern die pflegenden Angehörigen beraten und sie zu weiterführenden Einrichtungen vermitteln. Außerdem sollen sie bei der Anpassung der Wohnung und der Anschaffung der richtigen Pflegemittel helfen.