Hannover - Während sich viele konventionelle Schweinehalter in Deutschland noch damit schwertun, auf das Abschneiden der Ringelschwänze bei Schweinen zu verzichten, gilt Norwegen als großes Vorbild in dieser Frage.
Um sich über die Praxis der Schweinehaltung aus erster Hand zu informieren, fährt von diesem Mittwoch bis Sonnabend eine Delegation um Agrarminister Christian Meyer (Grüne) in das skandinavische Land. So sind unter anderem Vertreter vom Landvolk und der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) dabei.
Aus Gründen des Tierschutzes ist das Abschneiden der Schwänze in der EU bereits seit 2001 verboten. Es wird aber noch toleriert, weil in der konventionellen Haltung die Gefahr von Kannibalismus unter den Schweinen sehr groß ist. Die Tiere neigen dazu, sich gegenseitig an den Schwänzen blutig zu beißen.
Meyer will Landwirten, die auf das Kupieren verzichten, künftig eine Prämie von 16,50 Euro zahlen. Dafür sollen Landwirte beraten und geschult werden. Laut Ministerium haben sich 116 Schweinebetriebe für die Prämie beworben – jeweils etwa zur Hälfte Bio- und konventionelle Betriebe.
Norwegen schützt laut Auswärtigem Amt seine Landwirtschaft vor ausländischer Konkurrenz. In Norwegen gibt es 2500 Schweinehaltungsbetriebe – in Deutschland sind es 25 800, die meisten in NRW und Niedersachsen.
