Von Reiner Kramer
Frage:
Herr Dr. Korenke, in Ihrem Buch „Epilepsie – Neue Chancen mit der ketogenen Diät“ beschreiben Sie eine neue Behandlungsmethode bei Epilepsie. Ist die denn notwendig?korenke:
Sie ist deshalb notwendig, weil wir nicht allen Epilepsie-Patienten helfen können. Etwa zwei Drittel der Patienten können mit Medikamenten eingestellt werden, bei einem Drittel wirken diese Medikamente aber nicht, oder Patienten leiden unter den Nebenwirkungen.Frage:
Sie schlagen die ketogene Diät als alternative Behandlung vor. Was verbirgt sich dahinter?Korenke:
Diese Diät basiert auf einer überwiegend fetthaltigen Ernährung. Der Anteil von Kohlenhydraten und Eiweißen wird zurückgefahren, Patienten nehmen vorwiegend Fette zu sich, die dann in so genannte Ketonkörper umgewandelt werden.Frage:
Also ein medizinischer Freibrief für den täglichen Gang zur „Burger-Bude“?korenke:
Die Diät ist sicher nicht unangenehm. Ich habe mit Patienten aber auch die Erfahrung gemacht, dass sie schwer durchzuhalten ist. Nudeln, Reis oder Zucker etwa sind tabu.Frage:
Wie sind Ihre Ergebnisse mit der Diät?Korenke:
Patienten, die ihre Ernährung umgestellt hatten, hatten plötzlich weniger Anfälle oder gar keine mehr. In den USA wird diese Behandlungsmethode seit über zehn Jahren angewendet – mit großem Erfolg. Auch in Deutschland gewinnt die Diät an Bedeutung.Frage:
Mit dem Resultat Fettleibigkeit? Schließlich sind Frischkäse mit Doppelrahmstufe und Sahne nicht gerade Zutaten, die in üblichen Diäten zu finden sind.Korenke:
Nein, denn die Gesamtkalorienzahl wird nicht erhöht. Wir ändern nur die Zusammensetzung. Wichtig ist allerdings, die Diät mit einem Neuropädiater oder Neurologen abzustimmen. Selbstmedikation ist hier fehl am Platze und absolut gefährlich.Informationen auch unter: www.kinderklinik-oldenburg.de
