THöLSTEDT - Der Schuppen war noch vor kurzem vom Verfall bedroht. Nun ist er als Unterschlupf für Steinkäuze gesichert.
Von Andreas Naaf
THÖLSTEDT - Noch im Jahr 2000 sah es schlecht aus für den Steinkauz im Landkreis Oldenburg. Lediglich acht bekannte Brutplätze existierten damals auf der 1063 Quadratmeter großen Fläche zwischen Küstenkanal und Kloster Bach. Inzwischen hat sich die Lage leicht entspannt: 2004 wies ein Gutachten des Diplom-Biologen Klaus Taux 19 Brutplätze im Landkreis nach. Einer davon ist ein alter Weideschuppen in Thölstedt.Das Gebäude, das Landwirt Fritz Beneke junior gehört, war bis vor kurzem vom Verfall bedroht. Das Dach war teilweise eingefallen, die Seitenwände instabil. Den Käuzen war das egal. Sie nisteten sich in dem alten Schuppen ein – und trugen so zu seiner Rettung bei.
Denn nach einer Renovierung erstrahlt der Schuppen nun in neuem Glanz. Möglich wurde die Reparatur durch eine Allianz des Besitzers Beneke mit der Naturschutzstiftung des Landkreises, die sich mit 2000 Euro an den Kosten beteiligte. Grund: Sie wollte die Heimstatt der Käuze erhalten. Mit Erfolg, wie sich nun zeigt. Und auch Bauer Beneke freut sich: Er kann den Schuppen wieder als Unterstand für seine Kühe nutzen, ohne Angst haben zu müssen, dass den Tieren das Dach auf den Kopf fällt.
Dass Landwirte – wie in diesem Fall – einen Nutzen vom Naturschutz haben sei eine Grundvoraussetzung für dessen Gelingen, sagt Klaus Taux, der im Stiftungsbeirat sitzt. „Der Erhalt der bedrohten Art ist langfristig nur in Kooperation mit den Landwirten möglich“, so der Biologe.
Es sei der „beiderseitige Nutzen“ der zähle, sagt auch Eilert Tantzen, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums. Daher erhält Beneke auch eine Ausgleichszahlung für drei Hektar Maisfeld, die er bald in Weideflächen verwandeln wird. Diese sind nämlich nicht nur Nahrungsquelle für Nutzvieh, sondern auch bevorzugtes Jagdrevier des Steinkauzes.
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