THüLE - Ein deutliches Bekenntnis zu einer dynamischen Weiterentwicklung der Landwirtschaft in der Region hat Johann Arendt Meyer zu Wehdel, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, abgelegt. Vor der Vertreterversammlung des Kreislandvolkverbandes Cloppenburg im Gasthof Sieger in Thüle sagte Meyer zu Wehdel am Mittwoch, die Landwirtschaft stelle im Kreis Cloppenburg eine „Schlüsselbranche“ dar. Die Entwicklungsmöglichkeiten der Branche in der Region seien noch lange nicht ausgeschöpft.

Die Kommunen müssten ein starkes Interesse daran haben, diese Dynamik nicht zu verlieren. Meyer zu Wehdel: „Die Bürgermeister wissen, dass es keinen anderen Wirtschaftsbereich gibt, der so stark zum Wohlstand der Region beigetragen hat.“ Die Bauern wollten Südoldenburg weiter nach vorne bringen: „Wenn wir das hier nicht können, müssen wir das in anderen Regionen tun.“ Die Landwirte seien allerdings auf die gesellschaftliche Akzeptanz ihrer Arbeit in den Dörfern angewiesen. Dabei entstehende Konflikte könnten nur im Dialog gelöst werden.

Neben der tierischen Veredlung nehme die regenerative Energie für viele Bauern einen immer größeren Stellenwert ein. Dabei handele es sich um einen bundesweiten „Megatrend“, an dem die Landwirte teilhaben wollten. Meyer zu Wehdel: „Viele Bauern investieren wegen der guten Förderung in Biogasanlagen. Das kann man doch keinem Landwirt übel nehmen.“

Der Vorsitzende des Kreislandvolkverbandes, Hubertus Berges aus Elsten, sagte, die „katastrophalen Auswirkungen“ der Weltwirtschaftskrise bedeuteten für die Landwirtschaft ein Wegbrechen von Exportmärkten. Milchbauern und Ferkelerzeuger machten derzeit bittere Erfahrungen. Wegen steigender Pachtpreise und erhöhten Anteilen von Fremdkapital wachse das Risiko der Betriebe überproportional. Berges: „Die Antwort darauf ist die von uns geforderte Risikoausgleichsrücklage als mögliche Hilfe zur Selbsthilfe in Krisenzeiten.“

Hubertus Berges verwies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung der Agrarwirtschaft im Landkreis Cloppenburg mit 40 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse. Berges: „Das ist auch in Krisenzeiten ein echter Jobmotor.“


Friesoythes Bürgermeister Johann Wimberg ging in einem Grußwort auf die Nutzungskonflikte zwischen Landwirtschaft und Wohnbevölkerung im Westen der Stadt Friesoythe ein. Die Stadt sei bemüht, Lösungen im Dialog zu finden. Bei den Immissionen würden Grenzwerte deutlich überschritten. Wimberg: „Wir haben ein großes Interesse an einer Reduzierung dieser Immissionen aus Ställen.“ Wimberg kündigte an, in dieser Frage den begonnenen Dialog mit dem Kreislandvolkverband fortzusetzen. Dabei gehe es auch um das Konfliktthema Biogasanlagen. Wimberg: „Da gibt es ja auch innerhalb der Landwirtschaft unterschiedliche Einstellungen.“