Thüle - Einmütigkeit bei der Entlastung und dem Beschluss, 2,22 Millionen Euro als Warenrückvergütung an die 2900 Mitglieder auszuzahlen, herrschte auf der Generalversammlung der GS agri am Montag im Gasthof Sieger in Thüle. Die in Schneiderkrug beheimatete Genossenschaft hat damit seit der Anfang 2006 erfolgten Fusion mit der LBG Garrel, zu der auch Warengenossenschaften in Altenoythe, Bösel, Cloppenburg und Lastrup gehörten, 28,4 Millionen Euro – sozusagen als spätes Skonto – an die Mitglieder erstattet. Trotzdem konnte das Eigenkapital auf 63,7 Millionen Euro gesteigert werden.
Über 20 Standorte und fünf Mischfutterwerke verfügt die GS agri. „Wir sind organisch gewachsen“, sagte Vorstandsvorsitzender Hubertus Meyer aus Bühren. Ob eines Tages auch die Raiffeisen-Warengenossenschaft Markhausen hinzukommt – wie schon vor Jahren im Gespräch -, stehe in den Sternen. „Das müssen die Genossen in Markhausen entscheiden.“ Ansonsten sei die jetzige Größe der GS agri optimal.
Ware und Bank sind im Südoldenburgischen streng getrennt; in anderen Regionen – beispielsweise im Emsland oder in der Grafschaft – haben Genossenschaftsbanken auch Waren, oder Warengenossenschaften betreiben das Kredit- und Geldgeschäft. „Diese Trennung hat sich im Lauf der Jahre hier als vorteilhaft erwiesen“, sagte Geschäftsführer Engelbert Klövekorn.
„Auf hohem Niveau stabilisiert“: So umschreiben die Wortakrobaten im Tourismusgeschäft die Bilanz, wenn die Übernachtungszahlen wieder einmal nicht steigen. Aber die Verantwortlichen der Gs agri verschwiegen im Saal Sieger nicht die steigenden Herausforderungen. „Bei vielen Landwirten herrscht Resignation“, sagte Cord Schiplage. Herausforderungen des Tierwohls mit rückläufigen Tierzahlen und die nicht auskömmlichen Preisen in der Schweinemast nannte er als Beispiele. Nährstoff-Probleme kämen als besonderes Problem der Region hinzu. Aber: „Mit viel Elan, mit Gehirnschmalz und viel Geld gehen wir die Dünger-Herausforderungen an.“
Die Düngeverordnung führte zu Rückgängen beim Verkauf von mineralischem Dünger. Aber auch die „spiegelverkehrte Wetterlage“ – 2017 zu viel Regen und 2018 reichlich Sonne – habe im Ackerbaugeschäft als stärksten Zweig der GS agri zur Umsatzstagnation beigetragen. Außerdem sinkt die Zahl der Agrarbetriebe, und immer mehr Flächen werden versiegelt. So sind unter den besonderen Umständen 2017/18 ein gleichbleibender Umsatz – rund 335 Millionen Euro – und nach wie vor 2900 Genossen keine Überraschung. Allerdings werden für dieses Jahr bereits 351 Millionen Euro angepeilt.
Für Josef Möhlmann (Visbek), der aus Altersgründen aus dem Aufsichtsrat ausscheidet, wählten die Mitglieder Thomas Gardewin aus Ermke. Einstimmig wurde Heinz Fröhle wiedergewählt.
