Thüle - „Was wären wir in Cloppenburg ohne unsere Landwirte“, würdige Landrat Johann Wimberg auf der Freisprechungsfeier am Samstagabend im Gasthof Sieger in Thüle mit Respekt und Stolz den Berufsstand: „Landwirte und Landkreis sind Partner auf Augenhöhe, die miteinander reden und Probleme zusammen angehen.“ Fast Dreiviertel aller Arbeitsplätze hingen von der Landwirtschaft oder Ernährungswirtschaft und den nachgelagerten Betrieben ab.

Kreislandwirt Hubertus Berges konnte neben den knapp 80 Absolventen aus der Landwirtschaft auch viele Ehrengäste begrüßen. Der Ball der Landwirtschaft bildet den feierlichen Rahmen der Freisprechung von Auszubildenden aus der Landwirt- und Hauswirtschaft, Tierwirtschaft sowie der Landwirtschaftsmeister.

Er wies auf die Kapriolen der Witterung innerhalb des Wirtschaftsjahres und die dadurch bedingten moderaten Erträge, bemerkte aber auch den viel höheren Einfluss der Märkte auf das Betriebsergebnis der Höfe. Berges beklagte das Fehlen von Fachkräften in der Land- und Hauswirtschaft und forderte die Absolventen auf, sich mit ihrem Wissen einzubringen. Er hielt zudem dazu an, das Gelernte immer wieder zu hinterfragen. „Wir Landwirte müssen unser Tun und Handeln immer stärker rechtfertigen. Damit müssen wir uns auseinandersetzen und unsere Hausaufgaben machen“, so Berges.

„Sie haben ein wichtige Hürde auf dem weiteren Berufsweg genommen. Verliert das Ziel nicht aus den Augen. Bringt euch in die Gesellschaft ein. Mit dem Abschlusszeugnis habt ihr den Höhepunkt der Ausbildung erreicht“, gratulierte die Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes Cloppenburg, Doris Wieghaus.

„Sie alle werden sich – als Landwirtschaftsmeister, Landwirte, Tierwirt und Hauswirtschafterin – in ihrem weiteren Berufsleben mit Nahrungsmittel und Ernährung beschäftigen. Produzierend und zubereitend, natürlich auch konsumierend. Mehr als andere tragen Sie auf diesem Gebiet Verantwortung, für sich selbst, für Ihre Familie, für die Umgebung, für Ihre Umwelt“, sagte Professor Dr. Uwe Meiners, ehemaliger Leiter des Cloppenburger Museumsdorfes, in seiner Festansprache. Der eigene Hof und das eigene Land seien Teil der Kulturlandschaft. Die Absolventen seien der Gestalter der Landschaft und entschieden, was mit ihrem Land geschieht und angebaut wird. Der Festredner wisse aber auch um die ständigen Gängelungen und Reglementierungen: „Moderne Landwirtschaft ist ein schweres Geschäft.“