THüLE - „Das war für uns ein Jahr von Himmel hoch jauchzend bis tief betrübt“, eröffnete der Vorsitzende des Milchkontrollvereins Friesoythe, Wilfried Meemken, auf der Mitgliederversammlung im Landhotel Pollmeyer seinen Jahresrückblick. Der Milchpreis je Liter sei von 40 Cent auf den Tiefststand von jetzt nur noch 23 Cent gefallen. Besserung sei nicht in Sicht.

„Auf unsere erwirtschaftete Leistung dagegen können wir stolz sein“, sagte Meemken. Seine Glückwünsche galten für die besten Herdenleistungen: Mechthild Rolfes aus Schwaneburg mit 11 489 kg Milch je Kuh, Werner Tellmann, Bischofsbrück (11 482 kg) und Bernd Hüne, Friesoythe (10 635 kg); für die höchsten 305-Tage-Leistungen: Silke Freke aus Overlahe, 1. und 2. Platz mit den Kühen „Honey“ 16 430 kg Milch und „Lautane“ 15 992 kg Milch, sowie Werner Tellmann mit „Uta“ 15 478 kg Milch. Bei der höchsten Färsenlaktion stellt wiederum Silke Freke die beiden besten Kühe vor Mechthild Rolfes. Mit „Zarin“ hatte Franz Meyer das Tier mit der höchsten Lebensleistung, 121 705 kg Milch. Erwin Behrens-Geese aus Bösel kam mit „Erna“ auf 115 998 kg Milch vor Mechthild Rolfes mit „Heidrun“ 109 108 kg Milch.

Für seine 20-jährige Tätigkeit als Leistungsprüfer des Kontrollverbandes Weser-Ems wurde Hubert Meyer aus Schwaneburg mit einem Präsent geehrt. Meemken lobte Meyer als einen zuverlässigen und qualifizierten Leistungsprüfer, der den Landwirten mit Rat und Tat zu Seite stand. Dies habe er tun können, da er selbst als Milchviehhalter züchterisch sehr erfolgreich sei. Bei den Wahlen wurde der Vorstand mit Wilfried Meemken, Hubert Koopmann sowie Thomas Freke in Abwesenheit im Amt bestätigt.

Josef Brinkhus von der Weser-Ems-Union beklagte, dass wegen des Sperrbezirkes der Blauzungenkrankheit nicht ins europäische Ausland geliefert werden dürfe, nach Russland und Marokko hingegen würden Rinder verkauft, aber dennoch sei der Export schwach. Er mahnte, die im letzten Jahr immunisierten Kühe vor dem Weideaustrieb erneut zu impfen. Er beklagte, dass nicht zuletzt wegen der Biogasanlagen Milchviehbetriebe aufgeben müssten.

Dr. Ernst Bohlsen vom Landeskontrollverband Weser-Ems forderte in seinem Referat den richtigen technischen Einsatz beim Melken zur Gesunderhaltung der Kühe, pro Laktation könnten so bis 500 kg Milch mehr erzeugt werden. Dr. Katrin Mahlkow-Nerge aus Schleswig-Holstein referierte zur Bedeutung des richtigen Laktationstarts sowie der optimalen Fütterung.