THüLE - Im Alter von 90 Jahren ist die aus Thüle stammende Schwester M. Paschalina, geborene Maria Wreesmann, am Dienstagabend nach kurzer schwerer Krankheit im St.-Joseph-Stift in Bremen gestorben. Die Ordensfrau aus dem Konvent der Thuiner Franziskanerinnen war die älteste katholische Ordensfrau in der Hansestadt.

Die am 2. Juli 1920 in Thüle geborene Ordensfrau wuchs mit sieben Geschwistern auf einem Bauernhof auf. Mit 27 Jahren war Schwester Paschalina den Thuiner Franziskanerinnen im Emsland beigetreten. Schon ein Jahr später, am 25. Oktober 1948, legte sie ihr Ordensgelübde ab, ihre erste Profess. Die Profess ist das öffentliche Versprechen nach den so genannten evangelischen Räten zu leben, also der Armut, der ehelosen Keuschheit und dem Gehorsam zu folgen und sich dauerhaft an die Ordensgemeinschaft zu binden.

Als gelernte Hauswirtschaftlerin war Schwester Paschalina in verschiedenen Konventen der Thuiner Franziskanerinnen tätig. Ihr Weg führte sie von der Nordsee über die Ostsee bis in den Hochtaunus. Sie hat sich um die Bewirtschaftung von Gästehäusern gekümmert, als Küsterin in der Kirche ausgeholfen und immer ein offenes Ohr für die Nöte der Menschen gehabt.

In Bremen wohnte sie gemeinsam mit drei Mitschwestern in einem Konvent in der Hohen Straße mitten im Schnoor. Die letzten fünf Jahre war sie zwar offiziell im Ruhestand, aber bis zuletzt hat sie angepackt, wo sie konnte. Den Tippelbrüdern schmierte sie Brote und hörte sich ihre Sorgen an. Wegen ihrer großen Gelassenheit, ihrer warmen Ausstrahlung und ihrer Kontaktfreudigkeit war sie bei den Menschen beliebt.

Und wo es ging suchte die begeisterte Schwimmerin das Wasser, um oft vor dem ersten Gebet eine Runde zu schwimmen. Requiem und Beisetzung finden am Freitag, 16. Juli, im Mutterhaus der Franziskanerinnen in Thuine im Emsland statt. Dort wird Schwester Paschalina auf dem Klosterfriedhof beigesetzt.