THüLE - „Der Vatertag ist ein Familientag geworden.“ Das sagt Gastwirtin Gerlinde Möller aus Thüle.
Von Hans-Carl Bokelmann
THÜLE - „Die Kroketten müssen raus – und die Kartoffeln.“ In der Küche des „Gasthofes „Zur Linde“ herrscht Hochbetrieb. Hier regiert Gerlinde Möller. Es ist 13.57 Uhr, und mehr als 150 Essen hat Möller mit ihrem vielköpfigen Team bereits servieren lassen. Fünf arbeiten in der Küche, fünf bedienen“, sagt Möller, während sie den frisch zubereiteten Spargel auf die Teller verteilt. „Es ist ein schöner, arbeitsreicher Tag, und dass heute Vatertag ist, bekommen wir hier hinten gar nicht mit“, sagt sie.Bei Caroline Elberfeld sieht das anders aus. Die 18-Jährige serviert seit 11 Uhr im Gasthof „Zur Linde“ und hat schon bemerkt, dass das männliche Geschlecht in der Überzahl ist. Ein Grund zur Klage ist das allerdings nicht. „Noch sind alle Männer ganz artig“, sagt Elberfeld. Und ihre Chefin weiß warum: „Der Vatertag ist längst ein Familientag geworden“, sagt Gerlinde Möller, und die Zahl der Männer, bei denen es am Vatertag nur darum gehe, sich zu berauschen, sei doch stark zurückgegangen.
Aus dieser Sicht ist der Vater im Gasthof „Zur Linde“ fast ein ganz normaler Sonntag. Der Hochbetrieb ist eher darauf zurückzuführen, dass in der „Linde“ an diesem Tag sage und schreibe fünf Kinderkommunionen gefeiert werden. Caroline Elberfeld juckt das nicht. „In einer Stunde ist alles vorbei“, sagt sie schmunzelnd.
