Butteldorf - „Keiner verliert Flächen durch das Moorschutzprogramm“: Das hat der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer kürzlich verlauten lassen. Die Worte hören die Grünlandbauern der Wesermarsch wohl, allein, ihnen fehlt der Glaube.
Auch die Bauern des Landvolkvereins Altenhuntorf befürchten, dass Höfe, Weideland und Wohnhäuser in der Region überplant werden, wenn der Entwurf zur Novelle des Landesraumordnungsprogramms (LROP) zum Tragen kommt. Knackpunkt der Novelle ist die geplante Ausweisung von Vorranggebieten für Torferhalt, Wiedervernässung und Moorentwicklung. Am Mittwochabend diskutierten die Landvolkmitglieder die ministeriellen Pläne auf einem Informationsabend im Butteldorfer Schützenhaus.
Minister Meyer sei ein Mann, der zurzeit in beide Richtungen agiere, hieß es in der Runde. Einerseits wolle er mit seinem Weidemilchprogramm Flächen erhalten, andererseits würde die Ausweisung von Vorranggebieten die Flächen reduzieren. „Für uns ist das wie eine Enteignung, wir bezweifeln auch, dass dieses Programm auf freiwilliger Basis durchgeführt werden kann“, betonten die Altenhuntorfer Landwirte. Zudem werfen die Bauern dem Landwirtschaftsminister „mangelnde Dialogfähigkeit“ vor. Vorsitzender Ralf Meiners: „Die Karten mit den ausgewiesenen Gebieten wurden peu à peu klammheimlich ins Internet gestellt. Und damit wurde es klar, dass die Gebiete in unserer Region am stärksten betroffen sind. Der Vertrauensriss zwischen den Bauern und dem Ministerium ist so tief, dass man es nicht beschreiben kann.“
Ralf Meiners riet seinen von der Novelle betroffenen Berufskollegen, ihre Stellungnahme zur Änderung des LROP schriftlich zu fixieren und bis zum 15. November an das Landwirtschaftsministerium zu schicken. Ein Landwirt schlug vor, gleichzeitig eine Kopie an den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil zu senden. „Dann muss der sich damit beschäftigen.“
