Osnabrück - Ob es die Sahnetorte zum Geburtstag ist, die Aufbackbrötchen auf dem Sonntagsfrühstückstisch oder das Dessert nach dem Mittagessen: Die Produkte von Coppenrath & Wiese stehen für eine der bekanntesten und damit attraktivsten Marken der deutschen Lebensmittelbranche. Nun steht das Osnabrücker Unternehmen zum Verkauf.
Nach einem langwierigen Entscheidungsprozess gaben die Gesellschafter des Familienunternehmens jetzt grünes Licht, mit potenziellen Investoren zu verhandeln. „Die Transaktion soll kurzfristig abgeschlossen werden“, teilte eine Sprecherin der Eigentümer am Mittwoch mit. Noch Anfang Mai waren Verkaufsgerüchte zurückgewiesen worden. Wer als potenzieller Investor infrage kommt, teilte sie nicht mit.
Marktinsider spekulieren, dass der Bielefelder Konkurrent Dr. Oetker oder der Lebensmittelkonzern Nestlé zum denkbaren Kreis der Käufer gehören. In den beiden Unternehmenszentralen gaben sich die Sprecher allerdings bedeckt. Ein attraktiver Übernahmekandidat wäre das Familienunternehmen aus der Nachbarstadt Osnabrück allemal, zumal die Tiefkühlbranche ständig wächst: Im vergangenen Jahr legten die Hersteller um 3,3 Prozent auf einen Umsatz von 12,4 Milliarden Euro zu, sagte die Geschäftsführerin des Deutschen Tiefkühlinstituts, Sabine Eichner. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Tiefkühlware lag im Vorjahr bei 41,6 Kilo, auch hier geht die Tendenz nach oben.
Mehr als 400 Millionen Euro setzt Coppenrath & Wiese pro Jahr um und beschäftigt 2200 Mitarbeiter. Eigenen Angaben zufolge ist das Unternehmen Europas größter Hersteller von tiefgekühlten Torten und Kuchen. Produktionsstandort ist das Werk bei Osnabrück.
Das Familienunternehmen war 1975 von Aloys Coppenrath und seinem Vetter Josef Wiese gegründet worden. Die Familie Wiese schied 2004 aus dem Unternehmen aus, in der Folge übernahm Aloys Coppenrath das Unternehmen komplett. Angeblich konnten sich die Erben des im März 2013 im Alter von 79 Jahren gestorbenen Coppenrath aber nur schwer auf einen gemeinsamen Kurs einigen.
Schon kurz nach dem Tod des Unternehmensgründers 2013 gab es daher erste Spekulationen um einen Verkauf des Unternehmens.
