WILHELMSHAVEN/ CELLE - Im Rechtsstreit um die

Auftragsvergabe für den Bau des Tiefwasserhafens im niedersächsischen

Wilhelmshaven hat das Oberlandesgericht in Celle (OLG) eine mündliche

Verhandlung anberaumt. Am 17. August kämen Vertreter der

JadeWeserPort-Realisierungsgesellschaft zu Wort, teilte eine


OLG-Sprecherin am Donnerstag in Celle mit. Zur Beschwerde der

unterlegenen Bietergemeinschaft werde auch das im Vergabeverfahren

erfolgreiche Konsortium um den Essener Hochtief-Konzern Stellung

nehmen können.

Die von den Bundesländern Niedersachsen und Bremen gegründete

Realisierungsgesellschaft hatte das erste Baulos mit einem

Auftragsvolumen von rund 480 Millionen Euro an das

Hochtief-Konsortium vergeben. Eine Bietergemeinschaft um das

Papenburger Bauunternehmen Johann Bunte wurde indes von der Vergabe

ausgeschlossen und rief deshalb die Vergabekammer in Lüneburg an.

Diese Kammer ordnete an, dass die Realisierungsgesellschaft die

Angebote der Unternehmen noch einmal prüfen muss.

Im Anschluss erteilte die Gesellschaft erneut dem

Hochtief-Konsortium den Zuschlag. Gegen Teile der Kammerentscheidung

zog Bunte vor das OLG. Aus diesem Grund kann die Auftragsvergabe an

Hochtief erst nach der OLG-Entscheidung wirksam werden.

Im Wirtschaftsministerium in Hannover geht man nicht davon aus,

dass es durch das OLG-Verfahren zu einer weiteren Verzögerung des

Baubeginns kommt. Ministeriumssprecher Andreas Beuge verweist auf ein

weiteres Verfahren am Oberverwaltungsgericht in Lüneburg (OVG). Dort

wird über Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss für das

Großvorhaben verhandelt. Das OVG werde voraussichtlich im Herbst eine

Entscheidung über den Sofortvollzug verkünden, sagte Beuge. „Bis

dahin ist auch die Entscheidung über die Vergabe des ersten Bauloses

gefallen, dann wird noch in diesem Jahr der erste Rammschlag

erfolgen“, fügte er hinzu.

Das erste Baulos umfasst die Errichtung der Kaje, die Aufspülung

der Flächen und die Baggerarbeiten. Als einziger deutscher

Tiefwasserhafen soll der JadeWeserPort tideunabhängig auch die

größten weltweit geplanten Containerschiffe voll beladen und

abfertigen können. Die ursprünglichen Planungen sahen einen Baubeginn

in diesem Sommer und eine Inbetriebnahme im Jahr 2010 vor.