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Symposium Tierschutz im Mittelpunkt

Klaus-Peter Jordan

Oldenburg - Niedersachsen als Vorreiter in Sachen Tierschutz und Tierwohl – vor allem in der Nutztierhaltung. Der Mann, der dies umsetzen soll und will, ist Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne). Der ist deswegen inzwischen zum Feindbild vieler Landwirte und Agrarfunktionäre geworden. Eher ein Heimspiel hatte er allerdings kürzlich beim 10. Niedersächsischen Tierschutzsymposium in Oldenburg. Rund 200 Experten aus ganz Deutschland, vor allem Tierärzte, diskutierten zwei Tage lang die Umsetzung neuer Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis für die Weiterentwicklung des Tierschutzes und schauten sich Praxisbeispiele an.

Weniger Antibiotika

Meyers Grundlage für einen besseren Tierschutz: der niedersächsische Tierschutzplan. Den setzt der Minister gern etwas forscher um als es vielen Landwirten lieb ist. „Zum ersten Mal in Deutschland werden in einem Bundesland Prämien dafür ausgelobt, dass Schweinen nicht mehr die Ringelschwänze und Legehennen nicht mehr die Schnäbel gekürzt werden“, so Meyer. Und Ende 2016 werde endgültig Schluss sein mit dem Kürzen von Schnäbeln bei Legehennen, wie jetzt schon bei Moschusenten.

Verzahnt werden soll der verbessere Tierschutz mit einer Minimierung beim Antibiotikaeinsatz in den Ställen nach dem Schema: Bessere Tierhaltung verringert die Notwendigkeit des Antibiotikaeinsatzes. In den vergangenen beiden Jahren habe man bereits eine Reduzierung von 20 bis 30 Prozent erreicht. Das reicht Minister Meyer aber bei Weitem nicht: „Nur kranke Tiere dürfen behandelt werden, nicht prophylaktisch ganze Bestände.“

Unzufrieden ist der Minister mit der nicht vorhandenen Kennzeichnungspflicht von Käfig-Eiern in verarbeiteten Lebensmitteln, wie etwa Kuchen oder Nudeln – immerhin rund 50 Prozent des Eierverbrauchs. „Der Bund blockiert hier eine Kennzeichnungspflicht“, kritisierte Meyer. Allerdings gibt es einen Entschluss des Bundesrats, der den Bund zum Handeln auffordert.

Schluss sein soll nach seinem Willen auch mit der sogenannten Kastenstandshaltung von Sauen. „Dies ist nicht tierschutzgerecht“, sagte Meyer am Rande des Tierschutzsymposiums. Säugende Sauen werden in vielen Ställen oft wochenlang in Metallkästen fixiert, damit sie ihre Ferkel nicht erdrücken können. „So eine Haltung ist dem Verbraucher nicht zu vermitteln“, sagte der Landwirtschaftsminister. Es gebe dazu auch schon entsprechende Gerichtsurteile, und das Beispiel Norwegen zeige, dass es anders geht. Meyer denkt allerdings nicht an ein Gesetz oder eine Verordnung. „Ich möchte das im Einklang mit den Landwirten lösen und denke an eine finanzielle Förderung für den Verzicht auf eine Kastenstandshaltung von Sauen.“


Veterinäre bedroht

„Wir müssen die Haltungsbedingungen an die Tiere anpassen und nicht umgekehrt“, forderte Prof. Sabine Petermann, Leiterin des Tierschutzdienstes im Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves), am Rande des Symposiums. Die Tierärzte hätten es bei der Kontrolle der Tierschutzbedingungen vor Ort auf den Höfen „zunehmend schwerer“. Petermann berichtete von Angriffen, Bedrohungen und Verleumdungen, denen die Veterinäre ausgesetzt seien. „Das hat es früher nicht gegeben.“

Laves-Präsident Prof. Eberhard Haunhorst wies auf der Veranstaltung darauf hin, dass es auch in der Heimtierhaltung Probleme mit dem Tierschutz gebe.

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