Osnabrück/Wolfsburg - Premiere für das Volkswagen-Werk in Osnabrück: Am Montag ist dort der erste Tiguan vom Band gelaufen.

Zwar kommen die Karosserien für den kompakten Geländewagen wie bisher aus dem Wolfsburger Stammwerk, wo gleichzeitig auch die nächste Tiguan-Generation vom Band läuft. Die Lackierung und die Montage des Modells erfolgen aber ab sofort in Osnabrück.

Nach Angaben des Unternehmens sollen zunächst täglich 80 Tiguan in dem ehemaligen Werk des Cabrio-Spezialisten Karmann hergestellt werden. Bis zum Herbst soll diese Zahl deutlich gesteigert werden, so dass schließlich monatlich bis zu 5000 Fahrzeuge des Modells in Osnabrück gefertigt werden.

Für die Umsetzung der Auslauffertigung in Osnabrück hat der Autobauer rund 20 Millionen Euro in die neue Produktionslinie und eine Halle für die Entladung der Karosserien aus Wolfsburg investiert. Nach Angaben eines VW-Sprechers ist die Auftragslage für den Tiguan sehr gut.

Wolfram Smolinski, Betriebsratsvorsitzender von Volkswagen Osnabrück, bezeichnete den Tiguan Auftrag als positives Signal für den noch jungen VW-Standort. „Die Fertigung von Teilumfängen des Tiguan in Osnabrück leistet einen Beitrag zur mittelfristigen Standortsicherung“, sagte er.


In den Osnabrücker VW-Werk sind rund 2400 Mitarbeiter beschäftigt. Der Tiguan-Auftrag ist auch ein Ersatz für das Golf Cabrio, dessen Produktion im Mai in Osnabrück eingestellt wird.

Ludger Teeken, Sprecher der Geschäftsführung von Volkswagen Osnabrück, lobte den Einsatz der Beschäftigten, denen es zu verdanken sei, dass die Tiguan-Fertigung termingerecht in dem Werk starten konnte. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben es erneut geschafft, in kürzester Zeit den Produktionsstart eines Fahrzeugs zu realisieren“, sagte er.

Volkswagen hatte den Standort Ende 2009 für rund 39 Millionen Euro aus der Insolvenzmasse des Cabrio-Spezialisten Karmann herausgekauft. Neben dem Tiguan und (noch) dem Golf Cabrio werden in Osnabrück auch die Porsche-Modelle Cayman, Boxster und Cayenne montiert. Allerdings will Porsche im Sommer 2016 die Cayman-Produktion zurück ins Stammwerk nach Stuttgart-Zuffenhausen holen und die Endmontage des Cayenne soll ab 2017 im slowakischen Bratislava erfolgen.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft