Hollen - Die Fenster sind beschlagen, das Klappern von Töpfen mischt sich mit Stimmengemurmel und Lachen, aus dem Raum dringt ein Duftcocktail von Kräutern, Gewürzen und Schokolade. Am Regionalen Umweltzentrum (RUZ) Hollen ist wieder einmal Seminartag.

„Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“ nennt sich ein von der EU gefördertes Projekt, das hier ganz praktisch Umsetzung findet. Auf dem Speiseplan steht die Kartoffel. Dass die weit mehr ist als nur Beilagengemüse und Grundlage für Pommes und Kroketten, weiß Hilke Eckmann, die das Seminar leitet. „Ich zeige, wie vielfältig man die Kartoffel verarbeiten kann.“

Und das tut die ehemalige Berufsschullehrerin zunächst in der Theorie, anschließend in der Praxis. In einem Hefter, den die 22 Teilnehmerinnen bekommen, hat sie 16 Rezepte zusammengefasst, die sie zuvor aus unzähligen Kochbüchern und Zeitschriften zusammengetragen hat und die ihrer Ansicht nach das Seminarmotto „Die Knolle mit dem wahrem Genuss“ untermauern. Die allermeisten der Rezepte, die vom „Salat aus lila Kartoffeln und Rotkohl“ über „Kartoffel-Birnen-Puffer mit Brombeer-Ragout“ bis hin zu „Kartrüffeln“, Kartoffel-Schokoladen-Trüffeln, reichen, werden an diesem Sonnabendnachmittag auch tatsächlich zubereitet.

In kleinen Gruppen widmen sich die Frauen, von denen sich viele schon aus anderen RUZ-Seminaren kennen, ihrer Aufgabe. Dass alle keine Kochanfänger sind, sondern jede Menge Erfahrung an Herd und Ofen haben, zeigt sich an der gelösten Stimmung im Raum. Hier wird nicht gekocht, um die Familie satt zu bekommen, sondern um gemeinsam Spaß zu haben und etwas Neues kennenzulernen.

Und noch etwas wollen die Frauen: genießen. Auch dieses Seminar wird am Abend wieder an einem langen Büfett ausklingen. Und die Köchinnen werden um so einige Kartoffel-Ideen reicher sein.