Oldenburg - Rollentonne gegen Ringeimer: Der Aufforderung zum Tausch ihrer Mülltonne (die NWZ berichtete) sind Maria und Rolf-Harald Digel bereits nachgekommen. Gewundert haben sie sich jedoch beim Befüllen: „Die neuen Tonnen sind viel schneller voll“, beschwert sich Rolf-Harald Digel. „Statt 50 Liter wie angegeben, fasst der neue Behälter nur 45.“
Der Oldenburger wollte es genau wissen und hat mit Wasser nachgemessen. Danach setzte er sich mit der Stadt in Verbindung. „Die haben uns dann gesagt, dass das Volumen des Deckels mitzählt.“ Rechnerisch, so Digel, könne das stimmen, beim Befüllen bringe das aber Probleme. „Wir wollen ja auch den Deckel noch zumachen können.“ Vor dem Tausch habe das Fassungsvermögen ausgereicht, nun nicht mehr.
Marie Digel zieht den Vergleich zu einer Kaffeedose: „Wenn ich 500 Gramm Kaffee in einer 450 Milliliterbox unterbringen muss, schütte ich den Rest ja auch nicht in den Deckel.“
Die Rolltonnen mit kleinem Volumen (35 oder 50 Liter), die die alten Mülleimer ablösen, sind mit einem trichterartigen Einsatz versehen. Dadurch wird das Fassungsvermögen im Vergleich zur herkömmlichen Tonne reduziert. Äußerlich unterscheiden sich beide Varianten nicht.
Nach Angaben von Stadtsprecherin Annika Milz stehen jedoch nicht fünf Liter zu wenig, sondern 0,6 Liter mehr als angegeben zur Verfügung: „Der Abfallwirtschaftsbetrieb verkauft den 50-Liter-Behälter mit DIN-Norm EN 840-5. Dieser hat ein Volumen von 50,6 Litern.“
Bei einer Entsorgung im Zwei-Wochen-Rhythmus berechnet die Stadt für die 50-Liter-Tonne 74,50 Euro pro Jahr. Die alten Ringtonnen werden (wie berichtet) ab Januar nicht mehr geleert. Aus diesem Grund müssen Grundstücksbesitzer bis spätestens Mitte Dezember ihre Tonnen beim Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Oldenburg tauschen.
