TOSSENS - Die Sonne lachte über Bremerhaven, doch einige Augen wurden feucht: Knapp eine Woche nach ihrer Ankunft bestiegen 20 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrerinnen des „Königin-Jadwiga-Lyzeum“ Warschau in der Hafenstadt ihren Bus nach Hause. Im März 2009 wird es einen Gegenbesuch der Zinzendorfer in Polen geben.
Nach einem sonnigen Tag in Butjadingen oder Stadland versammelten sich Gäste und Gastgeber, deren Eltern und die federführenden Lehrer zur Willkommens-Grillparty in der Zinzendorfschule. Dort wurden sie von Schulleiter Ralf Walther und Bürgermeister Rolf Blumenberg willkommen geheißen.
Nach zwei Stunden Unterricht – darunter Mathematik in englischer Sprache – er-„fuhren“ die polnischen Gäste die Halbinsel Butjadingen. Stationen waren das Museum in Fedderwardersiel, die Nordseelagune, der Fähranleger in Blexen, das Bronzezeit-Haus und das „Schwimmende Moor“. Über all die interessanten Seiten ihres Besuchsziels informierte die bestens vorbereitete Gästeführerin Annegret Martens gern.
Nach Hamburg verschlug es Gastgeber und Besucher an einem anderen Tag. Nach regnerischer Hafenrundfahrt auf der Barkasse „Seute Deern“ blieb genug Zeit für eine ausgiebige Stadterkundung mit Aktiv-Shopping.
Das Airbus-Werk Nordenham präsentierte sich der polnischen Gruppe ebenfalls. Der hohe technologische Aufwand und die modernen Fertigungsbedingungen vor allem der neuen Flugzeugtypen faszinierten die polnischen Jugendlichen.
Mit Bremerhaven stand der zweite Hafen auf dem Programm. Holger Wohlleben, ein enger Freund von Alt-Landrat Udo Zempel, begleitete mit diesem und seiner Ehefrau Ingrid die Gruppe auf einer Besichtigung von Autoverladung und Container-Hafen. Ein erfahrener Mitarbeiter der Bremer Lager-Gesellschaft gab kenntnis- und faktenreiche Einblicke in den immensen Logistik-Betrieb.
Nachmittags konnten sich die Jugendlichen selbst erproben. Im Klettergarten von Stefan Rasper in Mitteldeich durften sie nicht nur die drei Strecken bewältigen, sondern sich auch am „Cola-Kisten-Klettern“ versuchen. Auf immerhin 16 übereinander getürmte Kisten brachten es die Tagessieger.
Der katholische Pfarrer Alfons Kordecki empfing die polnische Gruppe in der katholischen Begegnungsstätte „Oase“ in Tossens und erläuterte den künstlerisch gestalteten, 16 Stationen umfassenden Kreuzgang rum um das Haus. Seine Angebot, im Garten der Oase auf Wunsch zelten zu dürfen, stieß auf lebhaftes Interesse.
Kälte und Nebel waren unangenehme Begleiter auf der anschließenden Radtour nach Seeverns, wohin Annemarie Cornelius zum zweiten Frühstück eingeladen hatte. Mit selbst gebackenen Brötchen, allerlei Belag und heißen Getränken wärmten sich die Jugendlichen schnell wieder auf.
Natürlich durften sie typische „Melkhus“-Produkte probieren und einiges über Produktion von Milch und Milchprodukten erfahren.
Nachmittags besuchten einige deutsche und polnische Schüler kostenlos das Spaßbad im Tossenser Center-Parc. Die Direktion hatte der gesamten Gruppe freien Eintritt angeboten.
Der letzte Abend war gekommen und wurde gemeinsam von der Schülern mit einer privat organisierten Abschiedsparty begangen. Die jungen Polen bedankten sich bei dem Tossenser Lehrerehepaar Andrea und Klaus Turmann für die Organisation des Programms. Ihre Lehrerinnen, Ewa Sobczyk und Ola Narkiewicz, schieden als „alte Freunde“.
Als Freunde verabschiedeten sich auch die Jugendlichen, die sich erst vor einer Woche kennengelernt hatten, voneinander und waren sich einig: „Do widzenia!“ – „Auf Wiedersehen in Warschau 2009!“
