TOSSENS - Ein Tossenser hat am Dienstag schätzungsweise 5- bis 6000 Liter Heizöl in den Abfluss eingeleitet. Das hat die Kläranlage am Tossenser Deich bis Mittwochvormittag außer Betrieb gesetzt. Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV), der die Anlage betreibt, schätzt seinen eigenen Schaden auf 10 000 Euro.

Eingeleitet wurde das Öl im Umfeld des Hilgenweges, sagt der Pressesprecher des OOWV, Lutz Timmermann. Polizeihauptkommissar Frank Jantzen aus Nordenham hat die Ermittlungen aufgenommen. Nach seinen Schätzungen kommen etwa 150 Haushalte als Verursacher in Frage.

Jantzen ermittelt wegen „unsachgemäßen Umgangs mit gefährlichen Abfällen“. Das ist keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern eine Straftat, die bis vor zwei Jahren „umweltgefährdende Abfallbeseitigung“ hieß.

Wie Jantzen mitteilt, wurden im Sammelschacht am Hilgenweg etwa 4000 Liter Heizöl entdeckt. Der Schacht sei praktisch ausschließlich mit dem Öl gefüllt gewesen.

Aufgefallen war die Verschmutzung des Abwassers am Dienstagmittag auf der Kläranlage. Nur weil schnell gehandelt wurde, konnte größerer Schaden verhindert werden, sagt Andreas Körner, der beim OOWV den Fachbereich Anlagenbau und Betrieb leitet. Die Mitarbeiter stoppten den Zulauf zur Kläranlage und schalteten alle Pumpwerke ab. Saugwagen der Entsorgungsfirma Nehlsen nahmen das Heizöl zur Entsorgung auf.


Unklar ist, wie es zu der Einleitung gekommen ist. Der OOWV geht von Vorsatz aus und hat deshalb Strafanzeige erstattet. Der Verband bittet mögliche Zeugen, sich an seinen Betriebsingenieur Olaf Sonnenschein, Telefon 04401/ 916 257, zu wenden oder an die Polizei in Nordenham, Telefon 04731/9 98 10.

Hauptkommissar Frank Jantzen glaubt nicht an Vorsatz. Schließlich koste ein Liter Heizöl derzeit 69 Cent. Einig sind sich Timmermann und Jantzen darin, dass es einen Fall in dieser Größenordnung hier noch nicht gegeben hat.

Henning Bielefeld
Henning Bielefeld Redaktion Nordenham (Stv. Leitung), Redaktion Stadland