TOSSENS/WARSCHAU/KRAKAU/AUSCHWITZ - TOSSENS/WARSCHAU/KRAKAU/AUSCHWITZ/TUR - Zu einem zweiten Besuch bei den Warschauer Freunden trat kürzlich eine Schülergruppe der Tossenser Zinzendorfschule die lange Fahrt in Polens Hauptstadt an. 21 Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Tossenser Oberstufe mit Andrea und Klaus Turmann als Betreuern freuten sich auf Begegnungen und Erlebnisse im östlichen Nachbarland. Die Gastfreundschaft polnischer Familien begeisterte.
Dort hatte Deutschlehrerin Ewa Sobczyk mit Unterstützung der stellvertretenden Schulleiterin Aleksandra (Ola) Narkiewicz den Aufenthalt geplant und Gastfamilien für die Schüler gefunden. Schon am ersten Tag gab es als einen Höhepunkt ein sonntägliches Klavierkonzert unter dem Denkmal Frederik Chopins im Lazienki Park. Der wunderbaren Musik Chopins lauschten neben den Tossensern und ihren Gastgebern bei spätsommerlichem Sonnenschein Hunderte von Musikfreunden.
Nach gemeinsamen Aktivitäten zum besseren Kennenlernen im Hedwig-Lyzeum, einer der ältesten Warschauer Schulen und Partnerin der Zinzendorfschule, und der Besichtigung von Park und Palast Wilanow unternahmen die Tossenser am dritten Tag ihres Aufenthalts eine mehrstündige Stadtrundfahrt durch Warschau, während der ihnen die dunkelsten Kapitel der jüngeren deutsch-polnischen Geschichte auf Schritt und Tritt begegneten.
Aus dem 30. Stock des von stalinistischer Monumentalarchitektur geprägten Kulturpalastes sahen sie das Panorama der polnischen Hauptstadt. Neben weiteren Besichtigungen nahmen allerdings ganz „normale“ Aktivitäten mit den Gastgebern, wie Shopping, Bowling und gemeinsame nächtliche Bummel durch die Großstadt, einen großen Teil der Zeit ein.
Am fünften Tag der Reise hieß es Abschied nehmen von den Gastfamilien. Gemeinsam reisten Deutsche und Polen zunächst in die ehemalige Haupt- und Königsstadt Krakau, deren schöne Innenstadt bei allen einen bleibenden Eindruck hinterließ. Nach einer Hotelübernachtung blieb noch etwas Zeit für einen kleinen Stadtbummel.
Vor der Heimfahrt der Tossenser fuhren die beiden Gruppen ins ehemalige Konzentrationslager Auschwitz und das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Die sehr direkte Konfrontation mit dem unsäglichen Leid der Millionen Opfer und der unglaublichen Grausamkeit und Menschenverachtung der Täter setzte den jungen Menschen sehr zu, doch waren sie sich weitgehend einig, dass es sich um eine wichtige historische Lehrstunde handelte – nach einem Besuch in Auschwitz sind über sieben Prozent NPD-Stimmen bei einer deutschen Landtagswahl unvorstellbar.
Der Abschied von den neuen Freunden fiel entsprechend weniger überschwänglich aus, doch freuen sich die Beteiligten bereits jetzt auf den Gegenbesuch im März 2007, wenn es gilt, deutsche Gastfreundschaft zu zeigen.
Für Andrea Turmann als Organisatorin seitens der Zinzendorfschule und auch für die Schüler erwies es sich als überaus hilfreich, dass es Altlandrat Udo Zempel, Initiator und Pate dieser Partnerschaft, erneut gelungen war, finanzielle Unterstützung für das Vorhaben einzuwerben.
Nur so konnten die Kosten in einem Rahmen gehalten werden, der die Eltern nicht zu sehr belastete. Durch einen Teil dieser Mittel wird im nächsten Jahr das Programm des Gegenbesuchs für die polnischen Gäste erschwinglich gestaltet werden können. Den Firmen Rehau AG & Co, Containerschiffsreederei Janssen, KKU Unterweser, Tiesler Hoch- und Tiefbau GmbH und Magnus Barghorn sowie Dr. Valentin Jug gebührt dafür großer Dank.
