NWZ -Berichterstattung über die geplanten Industrieansiedlungen in Blexen

Über 20 Jahre habe ich in Blexen gelebt und mich mit meiner Familie dort sehr wohl gefühlt. Obwohl ich jetzt in Nordenham wohne, fühle ich mich immer noch als Blexerin und war entsetzt, als ich von den Plänen der Stadt mit der Industrialisierung des Grodens in der Zeitung las.

Ich unterstütze die Ansiedlung der Dillinger Hütte sehr, denn die baut auf einem Gelände, das den Blexern schon vor langer Zeit genommen wurde. Dort war einmal ein schöner Sand- und Badestrand. Die Dorfbewohner hätten bestimmt nichts dagegen, wenn das Gelände vor dem Titanwerk für Industrie benutzt würde, aber der ganze Groden? Auch wenn das jetzt noch nicht aktuell ist, aber ich habe mir vorgestellt, ich stehe oben bei der Dillinger Hütte und gucke nur auf Fabrikhallen und Schlote – bis zur Schleppe am Flugplatz. (...)

Ich habe meine Kindheitstage in Weddewarden auf der anderen Weserseite zugebracht, auch ein idyllisches Dorf mit herrlichem Deichvorland (...). Und wie sieht Weddewarden heute aus, wo die Containerterminals immer näher rückten (...)? Es ist ein totes Dorf, abgeschnitten von der Weser, kein Deichvorland mehr, die Häuser leer und wertlos. (...)

Und dieselbe Entwicklung befürchte ich für Blexen. Ein Dorf, das umklammert von Industrie ist, abgeschnitten von Groden, Deich und Weser (...).


Mich erstaunt, dass (...) nicht schon die gesamte Blexer Bevölkerung auf den Barrikaden ist.Wehret den Anfängen. Ein totes Dorf braucht auch keinen Dorfplatz mehr.

Gesine Lohse, Nordenham