Toulouse - Fehlende Triebwerke für den Mittelstreckenjet A320neo machen dem Flugzeugbauer Airbus Probleme. Vorstandschef Tom Enders sagte am Donnerstag mit Blick auf das Ziel, im laufenden Jahr 800 Verkehrsflugzeuge auszuliefern: „Das wird ein Höllenritt, aber es ist machbar.“ Nach fast sieben Monaten sei aber noch nicht einmal die Hälfte geschafft. Enders berichtete in Toulouse aber gleichzeitig über gute Kennzahlen, die Aktie stieg auf ein Rekordhoch.
Bei den Triebwerken kommen die Hersteller Pratt & Whitney und CFM mit den Auslieferungen bisher nicht nach. Bei Airbus standen zur Jahresmitte rund 80 Flugzeuge, denen die Triebwerke fehlten, vor den Werkshallen. Im Mai waren es noch 100 Maschinen gewesen. „Wir sind auf gutem Weg, aber es gibt im zweiten Halbjahr noch genug zu tun“, sagte Enders. Finanzchef Harald Wilhelm zufolge will sich Airbus die Kosten für die Verzögerungen mit den Triebwerksherstellern teilen.
Airbus verdoppelte seinen um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn im zweiten Quartal auf 1,15 Milliarden Euro. Wilhelm erklärte den Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit Fortschritten beim A320neo und dem jüngsten Großraumjet-Modell A350. Der Aktienkurs legte in der Spitze um 5,7 Prozent auf 111,12 Euro zu und erreichte damit den höchsten Stand seiner Geschichte.
Für das Gesamtjahr peilt Airbus weiter eine Gewinnsteigerung an.
