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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Harte Landung für A 380

15.02.2019

Toulouse /Varel /Nordenham /Bremen Airbus stellt die Produktion seines Riesenjets und Vorzeige-Flugzeugs A 380 ein. Die letzte Auslieferung des weltgrößten Passagierjets sei für 2021 geplant, teilte der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern am Donnerstag in Toulouse mit. Grund für das Ende des Luftgiganten ist die schlechte Auftragslage sowie eine Abbestellung eines Großkunden, der Fluggesellschaft Emirates.

Das Ende des Riesenjets trifft auch den Steuerzahler. In die Entwicklung des Flugzeugs flossen öffentliche Gelder – vor allem aus Frankreich, Deutschland und Spanien.

Teile des Luftgiganten werden an Airbus-Standorten in Deutschland gefertigt – darunter vor allem Hamburg-Finkenwerder, aber auch Bremen und Stade. Zudem produzieren Zulieferer wie die Augsburger Airbus-Tochter Premium Aerotec (PAG) Bauteile. Dazu zählen auch die Zuliefer-Betriebe in Varel und Nordenham. Montiert wird das Flugzeug dann im französischen Toulouse.

Trotz der neuen Entwicklung gibt man sich an den Airbus-Standorten im Norden Deutschlands zuversichtlich. Die Beschäftigten hätten dort durch die Modelle A 320, A 330 und A 350 reichlich Arbeit, sagte Meinhard Geiken von der Hamburger IG Metall Küste.

Für das Werk des Airbus-Zulieferers Premium Aerotec in Varel sind die Konsequenzen nach Angaben der Standortleitung überschaubar. In Friesland werden zahlreiche Zerspanteile für alle Airbus-Typen hergestellt – und damit auch für das Großraumflugzeug. „Wird so ein Programm eingestellt, hat das auch für Varel Auswirkungen“, hieß es am Donnerstag auf Nachfrage der NWZ. Denn in der Produktion für die A 380 fallen dann Stunden für die dort beschäftigten Mitarbeiter weg. Personelle Konsequenzen, sprich Entlassungen, werde es indes nicht geben. „Wir können die betroffenen Mitarbeiter für andere Programme einsetzen“, hieß es weiter.

Für die Flugzeugbauer bei Premium Aerotec am Standort in Nordenham kam das Aus für die A 380 nicht überraschend. Trotzdem sorgte die Nachricht am Donnerstag für gedrückte Stimmung in der Belegschaft. „Wir bedauern das sehr“, sagte Betriebsratsvorsitzender Michael Eilers gegenüber der NWZ, „die A 380 ist ein tolles Flugzeug“. Er war bis zuletzt von den Qualitäten des doppelstöckigen Großraumjets überzeugt.

Der Abschied von der A 380 hat auf die Beschäftigungslage am Nordenhamer Standort kaum Auswirkungen. Die Rumpfschalenfertigung für das größte Passagierflugzeug der Welt ist dort schon seit Jahren gedrosselt worden. Der Anteil der A 380-Reihe an der Gesamtproduktion in Nordenham beläuft sich inzwischen auf bescheidene drei Prozent. Mittlerweile sind nur noch 67 der rund 3000 Mitarbeiter in dem Nordenhamer PAG-Werk mit dem Rumpfschalenbau für die A 380 beschäftigt. Um ihre Jobs müssen sie sich keine Sorgen machen: „Die betroffenen Mitarbeiter werden in andere Programmbereiche wechseln“, betonte PAG-Pressesprecherin Barbara Sagel am Donnerstag auf Anfrage der NWZ.

Für Bremen als zweitgrößtem deutschen Airbus-Standort hat das Aus für die A 380 ebenfalls nur relativ geringe Folgen. „Betroffen sind in der Produktion und der Entwicklung schätzungsweise bis zu 80 Kolleginnen und Kollegen“, sagte Betriebsratschef Jens Brüggemann. Dies sei ein „überschaubarer Rahmen“. „Wir sehen keinen Grund, dass diese Mitarbeiter in Bremen nicht weiter mit Arbeit versorgt werden können“, so Brüggemann.

Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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Hermann Gröblinghoff Newsdeskmanager / Politikredaktion
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