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.Er habe in den vergangenen beiden Jahren die Pacht bereits drastisch heruntergesetzt. Doch dem Beachclub fehlten einfach die Gäste: „Auch im dritten Jahr schreibt er keine schwarzen Zahlen.“
Angedacht wurde bereits, die ehemalige Dünenhalle zu verkaufen. „Doch einen Investor zu finden, ist schwierig, vor allem, wo als Nutzung ein Kinderheim festgelegt ist und der Beachclub über eine Ausnahmegenehmigung läuft“, so Hilchner. Eine Umnutzung des Gebäudes für Wohnzwecke sei laut Auskunft der Gemeinde-Verwaltung nicht möglich. „Deshalb überlegen wir nun, ob wir in der Dünenhalle eine soziale Einrichtung für schwer erziehbare Kinder eröffnen“, sagte Hilchner.
Im Juni 2009 war die neue Disco eröffnet worden, nachdem es seit dem Abriss des Kurhauses Graf Luckner mehrere Jahre lang keine Diskothek mehr auf Wangerooge gegeben hatte. „Wir haben rund 650 000 Euro in den Beachclub investiert – das Gebäude nun einfach aufzugeben, können wir uns nicht leisten“, sagte Hilchner.
Er überlegt, Wangerooge ganz den Rücken zu kehren: „Die Insel ist wunderschön, aber Geschäfte kann man hier nicht machen“, sagte er mit Blick auf das Westturm-Café und seine Pläne einer Ferien-Anlage „Dünenpark“ an der Charlottenstraße.
Das im vergangenen Jahr wiedereröffnete Westturm-Café laufe zwar gut, doch Hilchner ärgert, dass er das Hinweisschild auf das Café am Hafen abbauen soll.
Völlig unverständlich ist für ihn, wieso seine Dünenpark-Pläne abgelehnt würden. Wie berichtet, plant Hilchner den Bau einer Anlage mit neun Ferienwohnungen und will dafür mehr als eine Million Euro investieren.
Doch der Verwaltungsausschuss lehnte die Pläne ab, weil der Neubau von der so genannten „faktischen Baugrenze“, die durch die Nachbarbebauung vorgegeben wird, abweicht (dieNWZ
berichtete). Eine Überbauung um 2,5 Meter sehen die Pläne vor, genehmigt werden könnte maximal ein Meter Überschreitung.Ursprünglich geplant hatte Hilchner mit 15 Ferienwohnungen – das hatten die Ratsgremien komplett abgelehnt, obwohl der Landkreis Hilchner zufolge zuvor schon grünes Licht signalisiert habe.
„Das ist alles sehr kompliziert“, meint Hilchner – zukompliziert für ihn: Er bietet sowohl Grundstück als auch Westturm-Café und Beachclub zu seinen Einstandspreisen zum Kauf an. „Ich habe nicht den Eindruck, dass unser Engagement auf Wangerooge gewollt ist“, meint er.
Dabei hätte Wangerooge es bitter nötig, attraktiver zu werden. „Aber es gibt wenig Bereitschaft zu Veränderung.“
Wangerooges stellvertretender Kurdirektor Wilhelm Janssen fände es sehr bedauerlich, wenn die Disco Ende Oktober endgültig ihre Pforten schließen würde. „Ich wäre froh, wenn wir eine Wiedereröffnung hinbekommen würden“, sagte er.
Auch Walter Meinerts von der Wangerooger Bauverwaltung fände bedauerlich, wenn Hilchert der Insel den Rücken kehren würde. „Die Gemeinde ist froh, dass es jemanden gibt, der Geld in die Hand nimmt“, sagte er auf Nachfrage derNWZ
.Allerdings gelte es bei Bauvorhaben, sowohl die gesetzlichen Rahmenbedingungen einzuhalten als auch die Interessen der Gemeinde zu vertreten. „Die Regelung zur Überschreitung der Baugrenze für das Wohnbauvorhaben um einen Meter wurde im Ausschuss einvernehmlich getroffen, die Baugenehmigung ist inzwischen erteilt“, betonte Meinerts.
