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TOURISMUS „Vom Rentnersofa auf den Chefsessel“

Karl-Heinz Kahler

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de im Juni 1944 in Schlesien geboren. Als Dreijähriger kam er in die Wesermarsch und wuchs in Rönnelmoor auf. 1961 begann er eine Banklehre bei der Raiffeisenbank Schweiburg. 1972 wechselte er als Chef nach Burhave. 2005 ging er als Vorstand der Raiba Butjadingen-Abbehausen in Rente.

Kahlers Vertrag ist unbefristet. Er wird mindestens drei Monate im Amt bleiben.

Von Henning Bielefeld

Butjadingen „Vom Rentnersofa auf den harten Chefsessel“: So skizziert Karl-Heinz Kahler seinen beruflichen Wiedereinstieg mit 64 Jahren. Wie berichtet, hatte der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Butjadingen den ehemaligen Vorstand der Raiffeisenbank Butjadingen-Abbehausen am späten Montagabend mit großer Mehrheit zum Geschäftsführer der Butjadinger Tourismus-Gesellschaften ernannt.

Ein Tag Bedenkzeit


Karl-Heinz Kahler saß tatsächlich zu Hause auf dem Sofa, als am Freitagnachmittag das Telefon klingelte. Am anderen Ende der Leitung war der Aufsichtsratsvorsitzende der Tourismus-Gesellschaften, Lutz Timmermann. Am Autotelefon, irgendwo zwischen Hamburg und Bremen, fragte er Kahler, ob sich vorstellen könne, für eine Übergangszeit die Gesellschaften zu leiten, und gab ihm bis Sonnabendmittag Zeit für eine Antwort.

Karl-Heinz Kahler, seit dem 1. Juli 2008 offiziell in Rente, stimmte zu. „Man soll nicht nur mosern, sondern, wenn man kann, auch helfen“, umschreibt er seine Motivation. Sein Vertrag ist unbefristet, läuft aber mindestens über drei Monate, sagt Timmermann, „eher mehr“. Ziel ist es, die Suche nach einem Nachfolger mit so wenig Zeitdruck wie möglich zu betreiben.

Am Dienstagmorgen um 9 Uhr stellte sich Kahler, begleitet von Bürgermeister Rolf Blumenberg und Lutz Timmermann, den Mitarbeitern vor. „Er wurde sehr wohlwollend aufgenommen“, sagt Timmermann. Tags zuvor, ebenfalls um 9 Uhr morgens, hatten Blumenberg und Timmermann den Mitarbeitern die fristlose Entlassung des bisherigen Geschäftsführers von Johannes Cassens durch den Rat mitgeteilt und eine Lösung für Dienstag angekündigt. So können Dinge laufen, wenn sie gut vorbereitet sind.

Auch Karl-Heinz Kahler sieht sich gut vorbereitet. Durch seine langjährige Tätigkeit bei der Raiffeisenbank, der Hausbank der Kurgesellschaften, hatte er gute Einblicke, den neuesten Stand ließ er sich von seinem Nachfolger Peter Beck mitteilen. Schon am Montagnachmittag gab ihm der Steuerberater Kurt Carstens einen Überblick über die Finanzlage. Quintessenz: Die Gesellschaften sind zahlungsfähig. Das bestätigte ihm auch die Leiterin der TSB-Finanzabteilung, Petra Wennekamp. Sie sehe zudem gute Aussichten, den Jahresabschluss 2008 schon in der ersten Hälfte dieses Jahres vorzulegen. Wie mehrfach berichtet, hatten Jahresabschlüsse in der Ära Cassens lange auf sich warten lassen.

Auch Lutz Timmermann fordert: „Die Zuverlässigkeit in der Geschäftsführung muss gepflegt werden.“ Vor allem müsse in die Kurgesellschaften wieder Ruhe und Ordnung einkehren: „Da vertrauen wir besonders auf Kahler, weil er die Personalführung gut kennt.“

Suche ohne Hektik

Karl-Heinz Kahler selbst will vor allem dafür sorgen, „dass das Alltagsgeschäft weitergeht. Wichtig ist, dass alle mitziehen: die Mitarbeiter, die Gremien, aber auch das Umfeld in Butjadingen.“

Währenddessen werden die politisch Verantwortlichen „ohne Hektik“ das Anforderungsprofil für de neuen Geschäftsführer festlegen. Bürgermeister Rolf Blumenberg setzt auf „kaufmännische Erfahrung, große Lebenserfahrung und die Kunst, Leute zusammenzuführen“.

Es werde weiterhin das Gespräch mit Johannes Cassens gesucht, betonen Rolf Blumenberg und Lutz Timmermann. Ein Aufhebungsvertrag sei weiterhin möglich.

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