Hude - Die Entwicklung von neuen Wohngebieten in Hude-Süd stellt aus verkehrlicher Sicht kein Problem dar. Dieses Fazit zog Diplom-Ingenieur Heinz Mazur von der „PGT Umwelt und Verkehr GmbH“ am Donnerstagabend im Huder Rathaus. Er stellte in einer Bürgerversammlung vor rund 30 Interessierten Ergebnisse einer Verkehrsuntersuchung vor. Anlass, Verkehrsmengen und Straßennetz unter die Lupe zu nehmen, waren Überlegungen, in Anschluss an das Wohngebiet „Im Obstgarten“ weiteres Bauland in Richtung Vielstedt und Nordenholz auszuweisen.
Das Büro PGT hat dazu im ersten Schritt Verkehrszählungen an sämtlichen Straßen zwischen Vielstedter Straße, Heinrich-Dreyer-Straße und Hohe Straße vorgenommen. Der Höchstwert, der dabei an einzelnen Punkten ermittelt wurde, betrug 1500 Fahrzeuge pro Tag. Unterm Strich sieht Mazur das Straßennetz als „sehr gut“ geeignet, um weiteren Verkehr aufzunehmen. Dabei wollte es die Gemeindeverwaltung aber nicht belassen. Vielmehr hat sie den Planer auch Maßnahmen prüfen lassen, die dazu beitragen, die Belastungen für einzelne Straßen besser zu verteilen. Um den Kfz-Verkehr in Richtung Süden zu leiten, wäre aus Mazurs Sicht der Ausbau der Straßen Hohelucht und Hogelied zweckmäßig. Auch einen Ausbau des Kreuzweges hält er für sinnvoll, um die Ableitung von Verkehrsmengen in Richtung der Landesstraße und über Hogelied zur K 226 zu übernehmen. Mazur schlug darüber hinaus eine Verknüpfung zwischen Hohelucht und Hogelied vor. Ein Versammlungsteilnehmer regte die Weiterführung dieser Verbindung bis zur Vielstedter Straße an.
In nördlicher Richtung, so Mazur, sollten für den Pkw-Verkehr „dämpfende Maßnahmen“ vorgesehen werden.
Aus Reihen der Anwohner wurde der Wunsch laut, die vorhandenen Straßen möglichst wenig mit zusätzlichem Verkehr in Richtung Ortsmitte zu belasten. Wenn bauliche Maßnahmen nötig seien, sollte die Finanzierung nicht für die Anwohner beitragspflichtig werden, hieß es. Versammlungsteilnehmer drängten außerdem darauf, dass die verkehrlichen Auswirkungen schon vor der Ausweisung von Baugebieten in der Planung berücksichtigt werden.
Wolfgang Martens, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, lobte die lebhafte Diskussion, die jederzeit sachlich und fair geblieben sei. Mit der Thematik werde sich nun im nächsten Jahr weiter der Fachausschuss des Rates beschäftigen.
