Ich habe in den letzten Wochen das C-Port-Folio mehrmals durchgelesen. Gerade die Vorstellung der Firma Kaskum erzeugt bei mir ein Gefühl der Unsicherheit. In dem Text wimmelt es förmlich vor Rechtschreib- und Flüchtigkeitsfehlern. Souveränität sieht anders aus.
Ich möchte jetzt zur vielzitierten Transparenz kommen. In dem Artikel zum Kaskum-Verfahren wird viel mit Begriffen aus der Abwassertechnik gearbeitet, die nur Fachleute verstehen. Zwei Beispiele: CSB (die Abkürzung steht für chemischer Sauerstoffbedarf) wird in Milligramm pro Liter gemessen. Bei einer häuslichen Abwasseranlage liegt der CSB im Schmutzwasser zwischen 800 und 1200 Milligramm pro Liter. Das Abwasser darf eine Obergrenze von 150 Milligramm pro Liter nicht überschreiten, solche Angaben vermisse ich in der Beschreibung.
Beispiel Zwei: Umkehrosmose, ist zwar richtig beschrieben, aber für einen Laien schwer zu verstehen. Ich hätte mir eine einfachere Erklärung gewünscht. Und warum wird nicht erklärt weshalb das gereinigte Abwasser in die Sagter Ems eingeleitet werden muss? Wenn das Abwasser tatsächlich so sauber ist, kann man es bestimmt über Polder wieder ins Grundwasser einleiten, denn dort kommt es ja auch her. Da muss es auch eigentlich wieder hin, denn es sieht ganz danach aus, dass der Sommer 2020 nach 2018 und 2019 auch wieder zu trocken wird. Oder die Landwirte holen das Wasser zum Bewässern ihrer Felder ab. Technisch machbar ist das allemal. Das sind Punkte die ich vermisst habe.
Bei aller Kritik an die Investoren und Verwaltung, möchte ich uns Bürger auch in die Pflicht nehmen, da schließe ich mich nicht aus. Wenn wir uns anders ernähren würden, hätten wir eine andere Landwirtschaft und damit weniger Emissionen. Bildlich gesprochen: Ein Landwirt der 2500 Schweine hält, würde stattdessen vielleicht 1200 Schweine halten und auch länger im Stall stehen lassen, vielleicht auch auf Stroh, wenn wir Konsumenten bereit wären, mehr zu zahlen. Unser Konsum ist Teil des Problems am C-Port.
