Ammerland - Die Auswirkungen des neuesten Falles von Vogelgrippe haben jetzt auch das Ammerland erfasst. Nachdem auf einem Putenhof in der Gemeinde Barßel der gefährliche Erreger am Mittwochabend nachgewiesen werden konnte, reagierte die Kreisverwaltung in Westerstede am Donnerstag mit verschärften Auflagen.

Ein vom Landkreis Cloppenburg ausgewiesener Sperrbezirk betrifft alle Betriebe in einem Radius von drei Kilometern rund um den betroffenen Hof. Auf Ammerländer Seite befinden sich sieben Betriebe mit insgesamt 18 200 Tieren, darunter ein Großbetrieb. Weitaus größer zugeschnitten ist das Beobachtungsgebiet, zu dem auch Teile der Gemeinden Apen, Bad Zwischenahn, Edewecht und Westerstede gehören. Hier sind insgesamt fast 210 000 Tiere von 376 Geflügelhaltern betroffen.

Was bedeutet das im Einzelnen? Tierhalter im Sperrbezirk müssen dem Veterinäramt die Anzahl der gehaltenen Vögel und ihren Standort mitteilen, jede Veränderung sowie jedes verendete Tier sofort melden. Geflügel und deren Produkte dürfen von Betrieben im Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet weder nach draußen, noch hineingelangen und transportiert werden. Darüber hinaus gelten weitere Regelungen. Die Einhaltung der Vorschriften wird vom Veterinäramt überprüft. Die Polizei fährt Streife.

Für Verbraucher gibt das Veterinäramt Entwarnung. Der Verzehr von Geflügelfleisch und anderen Geflügelprodukten sei unbedenklich. „Selbst bei einer Infektion von Hausgeflügelbeständen sei für den Verbraucher keine Gefahr zu erwarten, weil das Virus bereits bei 70° Celsius über einen Zeitraum von mindestens zwei Minuten – und damit bei der üblichen küchenmäßigen Zubereitung – sicher abgetötet wird“, erklärt die Leiterin des Veterinäramtes, Susanne Greiner-Fischer, in einer Mitteilung.

Außerdem weist sie darauf hin, dass nicht jeder tote Vogel zwangsläufig an der Vogelpest gestorben sein müsse. Singvögel beispielsweise seien überhaupt nicht von der Seuche betroffen. Erst wenn eine größere Zahl an Tieren krank erscheine oder verendet sei, sollten Bürger das Veterinäramt im Westersteder Kreishaus oder die Polizei informieren. Geflügelhalter sollten drauf achten, dass Wildvögel keinen Kontakt zu Futter oder Einstreu haben, um das Übertragungsrisiko zu minimieren. Auch das Füttern von Enten, Gänsen oder Schwänen sollte unterbleiben, heißt es aus dem Kreishaus.


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Kerstin Schumann
Kerstin Schumann Redaktion Westerstede