Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Arbeit Traum von eigener Firma wieder populär

Constantin Alexander

Hannover/Oldenburg - Die Zahl der Existenzgründungen in Niedersachsen scheint nach einem Rückgang in den vergangenen Jahren wieder zu steigen. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa bei verschiedenen Institutionen. Bis zum 31. August 2013 gab es in Niedersachsen laut Wirtschaftsministerium rund 32 600 Existenzgründungen, 2012 waren es insgesamt nur rund 27 000 im ganzen Jahr.

„Die Zahl der Gewerbeanmeldungen war 2012 auf dem niedrigsten Stand seit 2002“, sagte Stefan Wittke, Pressesprecher des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums. „Eine Tendenz nach oben scheint erkennbar“, bewertete er vorsichtig die Zahlen. Verlässliche Zahlen für 2013 gebe es jedoch erst frühestens im April 2014.

Gründe im Dunkeln

Über die Gründe für die Steigerung lässt sich bislang nichts sagen. „Immer wenn der Arbeitsmarkt ungünstig ist, tendieren die Menschen eher dazu, sich selbstständig zu machen“, sagte Sonja Kazma, Pressesprecherin der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit. Gleichzeitig gab es zum Jahreswechsel 2011/2012 eine grundlegende Reform der Förderung von Existenzgründern durch die Bundesagentur, die die Zahlen massiv verringert hat. „Gab es 2011 noch rund 10 700 Menschen, die einen Gründerzuschuss bekommen haben, waren es 2012 nur noch etwa 1600.“ Die Förderung von Gründern durch den Bund ist seitdem keine Pflicht mehr. Das Thema wird aktuell auch bei den Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und SPD in Berlin besprochen.

Laut Industrie- und Handelskammern (Bild) sowie den Handwerkskammern kommt es zu den meisten Gründungen im Dienstleistungsbereich. „Ein wesentlicher Grund für die Beliebtheit der Branche ist, dass in der Regel wenig Startkapital benötigt wird“, sagte die Pressesprecherin der IHK Oldenburg, Imke Voigtländer. Besonders im Bereich Computer-Dienstleistungen würde es einige Gründungen geben. „Zudem nehmen Gründungen von Online-Shops, sowohl als alleiniger Vertriebsweg als auch als Vertriebsergänzung in bestehenden Konzepten zu“, sagte die Sprecherin der IHK Lüneburg-Wolfsburg, Ilseken Roscher.

Dass eine Gründung noch lange keinen Erfolg bedeutet, zeigen die Statistiken der IHK und der Handwerkskammern: Nach drei Jahren seien nur rund die Hälfte der Existenzgründer erfolgreich. „Doch die Tendenz ist positiv“, sagte die Sprecherin der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen, Julia Danne. „Die Existenzgründer sind besser vorbereitet als früher und haben sich auch gezwungenermaßen eher mit Dingen wie Businessplan oder Steuern auseinandergesetzt.“


Erfolgreiche Maßnahmen

Dafür sorgten auch die verschiedenen Maßnahmen vom Land, Bundesagentur und den Kammern, die Existenzgründer in den Bereichen schulen, Hilfe geben und Coaching durch Experten geben. Auch die Gründungsinstitutionen wie hannoverimpuls, das Innovationszentrum Niedersachsen Strategie und Ansiedlung GmbH oder das Gründerhaus Osnabrück hätten vielen Gründern in den vergangenen Jahren geholfen, sagte Wittke. Dass eine Gründung nicht nur die eigene berufliche Lage verbessert, zeigen die Zahlen der Bundesagentur. „Rund die Hälfte der erfolgreichen Gründer schaffen auch neue Jobs für andere Menschen“, sagte Kazma.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Hoffen auf reges Interesse für die Schmetterlingswochen: Landschaftsökologe Felix Närmann (l.) und Thorsten Kuchta von der Geschäftsstelle Masterplan Ems 2050.

SCHMETTERLINGSWOCHEN IN MOORMERLAND Forschungen förderten eine große Vielfalt an Faltern zutage

Axel Pries
Moormerland
Fordert Verbesserungen für die Opfer des SED-Regimes: Evelyn Zupke (62), frühere Bürgerrechtlerin und SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag

STREIT UM ANGEKÜNDIGTE VERBESSERUNGEN Warum SED-Opfer der Bundesregierung „Wortbruch“ vorwerfen

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Der Klosterpark Oestringfelde ist sozusagen die „grüne Lunge“ von Schortens und beliebtes Ausflugsziel. Dort stehen unter anderem mehrere alte Eiben.

FÖRDERMITTEL FÜR KLOSTERPARK Juwel der Stadt Schortens soll mit 1,387 Millionen Euro weiterentwickelt werden

Jeversches Wochenblatt
Schortens
„Darüber müssen wir nochmal reden“
Pro-palästinensische Proteste vor der US-Botschaft in Jakarta (Indonesien): Im Hintergrund ist das KI-generierte Bild „all eyes on Rafah“ zu sehen. Dieses geht zurzeit in den „sozialen Medien“ viral.

KOLUMNE ZU „ALL EYES ON RAFAH“-KI-BILD Erst recherchieren, dann teilen

Luise Charlotte Bauer
Der ehemalige Geschäftsführer des Klinikums Wilhelmshaven, Reinhold Keil.

PROZESS GEGEN WILHELMSHAVENS EX-KLINIKUMS-GESCHÄFTSFÜHRER Fehlende Qualifikation bei Bewerbung nicht überprüft

Lutz Rector
Wilhelmshaven